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Sommerzeit-Reisezeit und immer wieder sieht man Bilder von Hunden, die den Kopf aus dem Fenster strecken. Was für ein Sommerspaß! Leider nein! Hunde sind sehr anfällig gegen Zugluft: Sollte ein Hund im Cabrio oder im Motorrad-Beiwagen reisen, braucht er eine Schutzbrille und dann ist der Hund, der vermeintlich lässig aus dem Fenster grinst, auch illegal. Hunde gelten laut der Straßenverkehrsordnung nämlich ganz unemotional als Ladung und die muss gesichert sein und darf nicht im Auto herumfliegen. Unfallforscher der Allianz haben ein Auto mit 40 km/h gegen eine Wand fahren lassen, ein Hunde-Dummy mit 35 Kilo auf dem Rücksitz flog ungebremst ins Armaturenbrett, bei einem echten Hund hätte das wahrscheinlich Genickbruch bedeutet. Auf dem Frontsitz wäre das Tier in/durch die Scheibe geflogen, die Beschleunigungsmasse ist um ein Vielfaches höher als das echte Gewicht.
Auch wenn der Transport eines gesicherten Hundes auf dem Beifahrersitz nicht explizit verboten ist, sollte dieser und der Fußraum davor immer tabu sein. Der sichere Raum für den Hund ist eher die Rückbank: Feste Transportboxen für kleinere Hunderassen sollten stabil sein und so mit dem Gurt gesichert werden, dass sie nicht verrutschen können. Die leichten Softtaschen müssen unbedingt korrekt mit dem Isofix-System befestigt sein. Sicherungsröhren, die mit Gurten auf der Rückbank befestigt werden, sind hingegen ungeeignet, weil in der Röhre keine zusätzliche Sicherungsmöglichkeit für den Hund vorhanden sind.
Es gibt sinnvolle Hunde-Autositze für kleine bis mittelgroße Hunde, die mit einem Gurt-System oder einer Isofix-Halterung an den Rücksitzen befestigt sind und zusätzlich sollte der Hund noch mit einem geeigneten Brustgeschirr gesichert sein.
Wer den Hund nur mit einem Geschirr transportieren will, sollte unbedingt auf die Qualität achten: Vollvernähte Ösen, stabile Haken aus Stahl oder Aluminium sind ein Muss. Extrem wichtig ist die Passform! Ein Geschirr soll genügend Bewegungsfreiheit bieten für das gesamte Schultergelenk, zwei Finger sollten unter den Gurten Platz finden, der Schnitt auf der Brust im V zusammenlaufen ohne auf dem Brustbein zu scheuern. Geschirre verrutschen oft ungut, häufig rutscht der Brustgurt auch zu nahe in die Achseln des Hundes. Eine sorgfältige Anprobe mit mehreren Varianten ist wichtig, kein Hund ist ein Norm-Hund! Halsbänder sollten niemals als Sicherungssystem genutzt werden. Schon bei einem starken Bremsmanöver kann es zu gravierenden Verletzungen im Halsbereich kommen – bis hin zum Tod! Generell aber empfiehlt sich die reine Gurt-Befestigung nur für kleine/mittlere Hunde bis etwa zwölf Kilogramm.
Eine elegante Variante für größere Hunde ist das Autofahren im Kofferraum. Dort installiert man eine Hundetransportbox, die festgeschraubt wird. Aber neben all der Hardware gibt es eben ganz unterschiedliche Hundepersönlichkeiten: vom Gechillten, den nichts aus der Ruhe bringt, bis hin zu hyper-ängstlichen Hunden, die oft auch schlechte Vorerfahrungen mitbringen. Ganz wichtig: Das Vertrauen eines Tieres ist schnell zerstört, bevor es auf große Fahrt geht, sollte man immer mit Geduld und Zeit Autofahren üben. Und herausfinden, welche Art des Transports dem Tier am liebsten ist. Und wenn man on tour ist, antizyklisch reisen, um Staus zu vermeiden, das Tier keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen (Sonnenblenden), mindestens alle 2 Stunden mit Spaziergang und Pinkelpause anhalten und immer eigenes (!) Wasser und eine mobile Tränke dabeihaben.
Gar nicht! Bei einer Ausgangstemperatur von 23 Grad hat es im Auto bereits nach einer Stunde 46 Grad! Eine eindrucksvolle Tabelle bei: www.peta.de/themen/hund-hitze-auto
Ja, es gibt sogar Bußgelder: Kein ausreichendes Sichern: 35 € Bußgeld. Unzureichende Sicherung mit Gefährdung: 60 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg. Unzureichende Sicherung mit Sachbeschädigung: 75 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg
Es gibt Faustregeln: Länge: den Hund von der Rute bis zur Nasenspitze vermessen und 15 cm addieren. Höhe: von der Ohrspitze bis zur Pfote messen. Bei Hunden mit Schlappohren wird statt der Ohrenspitze der höchste Punkt des Kopfes vermessen und auch hier 15 cm addieren. Breite: mindestens doppelt so breit wie der Hund an der breitesten Stelle (meist der Schulter).
Korrekt messen: Wenn der Hund herumzappelt, kommt es zu Messfehlern, hier ist Sorgfalt nötig!
Das sollte man in jedem Fall mit dem Haustierarzt absprechen! Beruhigungspheromone können hilfreich sein. Dabei kann man Hunden zum Beispiel ein Halstuch umbinden und dort die Pheromone aufsprühen. Für den Hund gibt es das D.A.P. Spray, für Katzen Feliway. Cerenia hilft beim Hund gut gegen Erbrechen, aber auch Bachblüten und Notfalltropfen können Abhilfe schaffen. Am Tag vor der Reise das Tier möglichst auslasten und weniger füttern, am Reisetag auch nur sehr wenig füttern.
Auf www.de.mypet.com/reisen-petsontour und www.esccap.de findet man Hinweise für die jeweiligen Länder.
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