Notruf (Panne/Unfall)

Rufen Sie uns an

+49 711 530 34 35 36

täglich 24h erreichbar

Schreiben Sie uns eine E-Mail

notruf@ace.de

Info-Service

Rufen Sie uns an

+49 711 530 33 66 77

Schreiben Sie uns eine E-Mail

info@ace.de

Weitere Kontaktmöglichkeiten

Mehr erfahren

Europas Mobilitätsbegleiter.
Weit mehr als nur Pannenhilfe!

Reifenwechsel oder Radwechsel: Das ist der Unterschied

Wer nicht mit Ganzjahresreifen unterwegs ist, sondern auf Sommer- und Winterreifen setzt, wird zweimal im Jahr mit dem Reifenwechsel konfrontiert. Umgangssprachlich ist damit meist der Wechsel der kompletten Räder gemeint.

 

Mit Reifenwechsel ist strenggenommen das Aufziehen neuer Reifen auf der Felge gemeint. Dazu werden eine Reifen-Montiermaschine und eine Reifenwuchtmaschine benötigt, die nur von Profis bedient werden können.

 

Kompletträder hingegen, das sind auf den Felgen montierte Reifen, können auch im Do-it-yourself-Verfahren gewechselt werden. Es genügen etwas handwerkliches Geschick, das Beachten der hier beschriebenen Punkte und folgendes Werkzeug:

Benötigte Ausrüstung für den Radwechsel

Radkreuz

Radkreuz

Drehmomentschlüssel mit passender Nuss für die Radschrauben bzw. Radmuttern

Drehmomentschlüssel mit passender Nuss für die Radschrauben bzw. Radmuttern

Bordwagenheber und Fahrzeug-Handbuch oder Rangierwagenheber mit Gummiauflage und evtl. zwei Unterlegkeilen

Bordwagenheber und Fahrzeug-Handbuch oder Rangierwagenheber mit Gummiauflage und evtl. zwei Unterlegkeilen

Unterstellbock (ein bis zwei, je nach Wagenheber-Typ)

Unterstellbock (ein bis zwei, je nach Wagenheber-Typ)

Handdrahtbürste

Handdrahtbürste

Wachs- oder Reifenmarkierstift

Wachs- oder Reifenmarkierstift

Reifendruckprüfer, falls das Auto den Reifendruck nicht anzeigen kann

Reifendruckprüfer, falls das Auto den Reifendruck nicht anzeigen kann

Idealerweise mobiler Luftdruckkompressor (Im Reifenpannenset enthalten)

Idealerweise mobiler Luftdruckkompressor (Im Reifenpannenset enthalten)

Schritt-für-Schritt Anleitung für den Reifenwechsel

Vor dem Radwechsel, sollten die zu montierenden Räder geprüft werden. Siehe im Detail Punkt 15.

Wer über keinen Kompressor verfügt, kann vorab an der Tankstelle den Reifendruck der montierten Reifen um 0,2 bar erhöhen. So haben die Reifen zur nächsten Saison eher noch ausreichend Luftdruck, um sicher zur nächsten Tankstelle zu fahren.

Einen geeigneten Platz für den Reifenwechsel aufsuchen, das ist zumindest eine ebene, niemals abschüssige Fläche mit festem Untergrund. Nicht am Straßenrand von stark befahrenen Straßen arbeiten. Immer auf den Verkehr achten.

Handbremse ziehen bzw. Feststellbremse aktivieren, idealerweise Unterlegkeile verwenden.

Jedes davon neben das jeweilige noch montierte Rad legen und darauf achten, dass die Laufrichtung, falls vorhanden, stimmt. Ob die Reifen eine Laufrichtung haben, ist durch die Beschriftung „Rotation“ oder „Direction“ erkennbar, die Drehrichtung zeigt der Laufrichtungs-Pfeil auf der Reifenflanke an. Das Reifenpaar mit dem besseren Profil kommt immer nach hinten, unabhängig davon, ob das Fahrzeug über Vorder-, Hinter- oder Allradantrieb verfügt. Da die Hinterachse die spurführende ist, ist das Auto so im Grenzbereich besser zu kontrollieren.

Detailaufnahme eines Autoreifens, die Aufschrift Rotation ist zu sehen

Mit einem Wachsstift oder einem speziellen Reifenmarkierstift die Position markieren, an der das Rad angebracht ist (also VR für vorne rechts, usw.). So lässt sich in der nächsten Saison besser nachvollziehen, welche Räder zusammen auf einer Achse montiert waren. 

Nun mit Hilfe eines Radkreuzes alle Radschrauben lockern. Hierfür genügt maximal eine halbe Umdrehung. 

BordwagenheberA) Das Fahrzeug mit dem Bordwagenheber anheben: Ausschließlich an den sogenannten Wagenheberaufnahmen hochnehmen. Oft zeigen seitliche Markierungen unten am Fahrzeug an, dass die Aufnahmen in der Nähe zu finden sind. Bordwagenheber ausschließlich gemäß der Anleitung des Fahrzeugherstellers ansetzen, nichts dazwischen klemmen und das Fahrzeug so anheben, dass immer nur ein Rad in der Luft ist.

RangierwagenheberB) Das Fahrzeug mit einem Rangierwagenheber anheben: Wer sich auskennt, kann damit leichter arbeiten. Rangierwagenheber an einer stabilen Stelle, zum Beispiel am Achsträger ansetzen. Auch hier Herstellervorgaben beachten. Zwischen Rangierwagenheber und Auto sollte ein Gummischoner sein, um Beschädigungen am Auto oder ein Abrutschen des Wagenhebers zu vermeiden. Es ist darauf zu achten, dass die maximale Traglast des Wagenhebers nicht überschritten wird. Die Traglast steht auf dem Wagenheber, die Achslasten im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) in Feld 8.1 und 8.3. Wer mit einem großen Rangierwagenheber arbeitet, mit dem das Auto auch achsweise angehoben werden kann, sollte unbedingt die nicht angehobene Achse mit zwei Unterlegkeilen in beide Richtungen gegen mögliches Wegrollen sichern. Denn die Feststellbremse wirkt nur auf eine der beiden Achsen (meist hinten).

Fahrzeug anheben, entweder rad- oder achsweise (je nach Wagenheber-Typ). Dann mit einem Unterstellbock so sichern, dass das Fahrzeug auf diesem aufsitzen würde, falls der Wagenheber nachgeben oder abrutschen sollte. Das Fahrzeug jedoch nicht ganz auf den Unterstellbock ablassen – Der Unterstellbock soll das Fahrzeug möglichst gerade knapp nicht berühren. Somit ist gewährleistet, dass das Fahrzeug nur an den vorgesehenen Stellen angehoben wird. Geht etwas schief, kann zwar das Fahrzeug vom Unterstellbock beschädigt werden, Verletzungen werden jedoch so eher verhindert. 

Jetzt alle bereits gelösten Schrauben des angehobenen Rads herausdrehen und das Rad abnehmen. Sitzt das Rad fest, beim Rütteln oder dagegen treten damit rechnen, dass das Fahrzeug vom Wagenheber rutschen könnte. Wichtig: Radschrauben bzw. -Muttern nie fetten oder ölen. Schmutzige oder angerostete Radschrauben oder rostige Auflageflächen der Felgen am Auto (Radnaben und Bremsscheiben bzw. Trommeln) mit einer Handdrahtbürste reinigen. Rostige Stahlfelgen ebenso an den Auflageflächen abbürsten. Nur saubere Felgen montieren.

Nach dem Radwechsel zunächst die Radschrauben bzw. -Muttern von Hand ansetzen. Erst dann mit dem Radkreuz anlegen und im nächsten Schritt Handfest über Kreuz anziehen. Im zweiten Durchgang gut, aber nicht ganz fest anziehen. Vorgang ab Punkt 9. an allen vier Rädern wiederholen.  

Wenn alle Räder wieder auf dem Boden stehen, die Radschrauben mit einem Drehmomentschlüssel anziehen. Das vorgeschriebene Drehmoment ist im Fahrzeug-Handbuch oder in den Papieren der Felgen angegeben. Den Drehmomentschlüssel nach der Nutzung wieder entspannen, da er sonst mit der Zeit ungenau wird.  

Nun den Reifendruck prüfen und gegebenenfalls anpassen. Der vorgeschriebene Luftdruck steht im Handbuch, im Tankdeckel oder an einem Türholm. Modernere Fahrzeuge verfügen über Reifendruckkontrollsysteme (RDKS). Es ist für Pkw bereits ab Erstzulassung 1. November 2014 verpflichtend. Bei älteren Systemen dauert es oft eine gewisse Fahrzeit, bis der Luftdruck angezeigt wird. Oder es muss dem Auto erst mitgeteilt werden, dass die Räder gewechselt wurden. Das gelingt oft mit ein paar Klicks über das Fahrzeugmenü. Hier hilft meist die Bedienungsanleitung weiter. Neuere Autos erkennen den frisch montierten Reifensatz in der Regel selbständig. Wenige ältere Modelle müssen hingegen in die Werkstatt, um das RDKS neu „anzulernen“. Erscheint trotz allem eine Fehlermeldung, sind wahrscheinlich die Sensoren in den Reifen defekt oder deren Batterien leer. Dann muss die Werkstatt neue Sensoren einbauen.

Nach ca. 50 Kilometern alle Schrauben auf festen Sitz mit dem Drehmomentschlüssel prüfen und ggf. nachziehen.

Räder prüfen, am besten bereits vor dem Einlagern, spätestens vor der Montage:

 

  • Prüfen, ob Auswuchtgewichte abgefallen sind. Das ist an alten Abdrücken zu erkennen. Fehlen welche, müssen die Räder in der Werkstatt neu ausgewuchtet werden. 

  • Anschließend die Räder gründlich reinigen, und gut trocknen lassen 

  • Die Felgen dürfen an den Rändern weder verformt noch stark beschädigt sein. Auch übermäßiger Rost könnte ein Sicherheitsrisiko darstellen. Felgen vor der Montage immer reinigen, Schmutz auf den Kontaktflächen zwischen Auto und Rad kann zum Lösen der Radschrauben führen.

  • Die Profiltiefe sollte im Sommer noch mindestens drei, im Winter mindestens 4 mm betragen, auch wenn der Gesetzgeber nur mindestens 1,6 mm vorschreibt. Gemessen wird im Bereich des Hauptprofils, das heißt nicht am Rand, wo das Profil bereits in die Reifenflanke übergeht. Die Profiltiefe lässt sich am zuverlässigsten mit einem Reifenprofilmesser bestimmen. Oft haben Reifen Verschleißanzeiger: ist auf den Flanken der Schriftzug „TWI“ zu finden, meist neben einem kleinen Dreieck, befindet sich in dessen Nähe zwischen den Profilrillen ein kleiner Steg. Sind diese Stege bündig mit dem restlichen Profil, ist der Reifen abgefahren und sollte ersetzt werden. Statt dem Dreieck findet sich manchmal auch eine kleine Sonne oder Schneeflocke, deren zugehörigen Stege Auskunft über die empfohlene jahreszeitabhängige Mindestprofiltiefe geben. 

  • Alter: Die Reifen sollten nicht älter als sechs bis maximal zehn Jahre sein. Ab etwa einem Alter von sechs Jahren können Reifen deutlich an Haftung verlieren, da das Material mit der Zeit aushärtet. Sind bereits feine Risse zwischen den Profilblöcken sichtbar oder an den Flanken, sollten die Reifen unbedingt ersetzt werden. Auch dürfen die Reifen keine Beschädigungen oder Ausbeulungen aufweisen. Das Produktionsdatum verrät die vierstellige DOT-Nummer: die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr. Die DOT-Nummer steht übrigens oft nur auf einer Seite des Reifens. 

  • Einlagern: Kompletträder, also Reifen mit Felgen, sollten waagrecht übereinandergestapelt, kühl, trocken und dunkel gelagert werden.

  • Wintertauglichkeit: In Deutschland und vielen anderen Ländern müssen Winterreifen über das „Three Peak Mountain Snowflake“-Symbol („Schneeflocke“/Alpine-Symbol) verfügen, wenn sie bei winterlichen Verhältnissen gefahren werden sollen. Mehr zum Thema Winterreifenpflicht hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Alles rund um Reifen

Reifentests

Alle Reifentests

Sommer-, Winter- oder Allwetterreifen? Bei uns waren schon alle Sorten auf dem Prüfstand. Hier finden Sie alle Reifentests des ACE im Überblick.
Zu den Reifentests

Verkehrssicherheit

Schneeketten

Insbesondere in Bergregionen können im Winter Schneeketten erforderlich sein, um sicher anzukommen. Wir geben Tipps zum Kauf sowie zur korrekten Verwendung.
Zum Schneeketten-Ratgeber