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Es gibt verschiedene Gründe, warum die Kraftstoffpreise kontinuierlich steigen. Aktuell etwa durch Kriege, wie in der Golfregion, aber auch durch die steigende CO₂-Steuer auf fossile Brennstoffe. Ab 2028 wird der EU-weite Emissionshandel (ETS2) starten. Dann unterliegt der CO₂-Preis Marktmechanismen, die derzeit noch nicht absehbar sind.
In unserem Ratgeber informieren wir Sie, was Kraftstoffpreise beeinflusst, wie sie aufgebaut sind und welche Maßnahmen der Bund zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher auf den Weg gebracht hat. Am Schluss geben wir Ihnen Tipps, wie Sie herausfinden, wann Sie wo günstiger tanken können. In unserem Spritspar-Ratgeber finden Sie außerdem Tipps, wie Sie Sprit sparen können.
Wenn die Spritpreise hoch sind, verdienen die Tankstellen am meisten daran – könnte man denken. Doch das ist nicht korrekt, Tankstellen verdienen nur etwa 1-2 Ct/Liter. Etwas weniger als die Hälfte des Literpreises machen die Rohstoffkosten und Gewinne der Mineralölkonzerne aus, etwas mehr als die Hälfte Steuern und Abgaben. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, die beim Bundeskartellamt angesiedelt ist, liefert eine Übersicht zu tagesaktuellen Preisen und Entwicklungen. Darauf basierend bietet auch das Dashboard Konjunktur des Statistischen Bundesamtes eine guten Überblick zur den tagesaktuellen Durchschnittspreisen an öffentlichen Tankstellen in Deutschland für Benzin (Super E5 und E10) sowie Diesel.
Die Spritpreise variieren in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stark. In Deutschland ist der Verbraucherpreis (inklusive Steuern und Abgaben) recht hoch, am günstigsten tanken Autofahrer auf Zypern, Malta und in Bulgarien. Hauptgründe für diese Preisunterschiede sind die nationalen Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe, die EU-weit nicht einheitlich sind.
Der Preis an der Tankstelle setzt sich aus variablen und fixen Kosten zusammen. Zu den variablen Kosten zählen: Der Beschaffungspreis und die Mehrwertsteuer. Je höher der Verkaufspreis, desto mehr Cent Mehrwertsteuer entfallen auf jeden Liter.
Dazu kommen noch die fixen Kosten: dazu zählen die Energiesteuer (Benzin: 65,45 ct/Liter) und die CO₂-Abgabe (etwa 17 ct/Liter). Das heißt: Steigt der Spritpreis an der Zapfsäule, bleiben diese Kosten gleich. Der Beschaffungs- oder Einkaufspreis für das jeweilige Mineralölprodukt bildet die Grundlage des Spritpreises. Er ist stark abhängig von der Entwicklung der Rohölpreise. Dazu kommen weitere Kosten für Vertrieb, Transport und Tankstellenpacht.
Ein Beispiel*: Kostet ein Liter Super E5 2,04 Euro, summieren sich der staatliche Anteil, bestehend aus Mehrwertsteuer, Energiesteuer inklusive Bevorratung und derzeitige CO₂-Bepreisung auf etwa 1,13 Euro.
Wie bei anderen Produkten bestimmen auch bei Benzin und Diesel Angebot und Nachfrage den Preis. Trotzdem schwanken die Spritpreise viel stärker als zum Beispiel bei Lebensmitteln. Ein Brot kostet den ganzen Tag gleich – an der Tankstelle ändern sich die Preise dagegen ständig.
Früher wurden die Preise im Schnitt etwa 22-mal am Tag angepasst. Das hat die Regierung eingeschränkt: Preiserhöhungen sind jetzt nur noch einmal täglich erlaubt – immer um 12 Uhr. Senkungen sind aber jederzeit möglich.
Die Folge: Der Preis steigt jetzt nur noch einmal am Tag, dafür deutlich – im Schnitt um etwa 10 Cent pro Liter um 12 Uhr. Danach wird Tanken im Laufe des Tages wieder kontinuierlich günstiger, bis etwa 19 Uhr. Dieses Preisniveau bleibt oft bis zum nächsten Morgen gegen 8 Uhr bestehen. Im Anschluss senken die Tankstellen die Preise häufig noch ein paar Mal, bis um 12 Uhr.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das konkret:
Die Ursachen für sich ständig ändernde Kraftstoffpreise sind vielfältig. Sind die Rohöl-Reserven auf den Märkten groß, geht der Preis in der Regel zurück. Bei Knappheit ist es andersherum. Darüber hinaus können geopolitische Spannungen stark beeinflussen. So führte zuerst der Ukraine-Krieg zu einem starken Anstieg der Spritpreise, weil Russland einer der größten Erdöl-Produzenten der Welt ist. Die Folge: 2022 stiegen die Preise für Benzin und Diesel auf eine Rekordhoch. Aktuell beeinflusst der Krieg in der Golfregion das Preisgefüge sehr stark. Aber auch saisonale Effekte spielen eine Rolle. So wird der Sprit etwa in den Sommerferien tendenziell teuer, weil dann viele Menschen mit dem Auto in den Urlaub fahren. Dementsprechend wächst die Nachfrage nach Kraftstoff.
Rohöl wird global gehandelt. Global wirken sich daher auch politische Krisen und Handelskonflikte auf die Ölpreise aus. Doch es gibt auch regionale Unterschiede. Transportkosten beziehungsweise die Nähe zu Raffinerien und Grenzen können beeinflussen, warum ein Liter Benzin in Hamburg günstiger oder teurer sein kann als in Düsseldorf oder Nürnberg. Auch der Wettbewerb zwischen den einzelnen Tankstellen spielt eine Rolle.
An freien Tankstellen kostet der Liter Sprit oft einige Cent weniger als an Marken-Tankstellen. Zudem können Börsenspekulationen ein Auf und Ab begünstigen. Auch politische Entscheidungen können sich direkt auf den Spritpreis auswirken – etwa durch Sanktionen, Förderentscheidungen großer Ölförderländer oder eben durch Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe.
Das Bundeskartellamt beobachtet die zunehmende Dynamik bei den Preisänderungen an deutschen Tankstellen mit Sorge. Während es im Jahr 2014 täglich noch etwa vier bis fünf Preisänderungen gegeben habe, würden die Preise heute vielfach im Laufe eines Tages angepasst, teilte die Behörde mit. Dies mache es immer schwieriger, Preise zu vergleichen und zu günstigen Zeitpunkten zu tanken.
Das Bundeskartellamt bietet deshalb eine Übersicht zu Portalen und Apps für den Vergleich von Benzin- und Dieselpreisen. Hier können Verbraucherinnen und Verbraucher die aktuellen Kraftstoffpreise standortbezogen abrufen. Auch die ACE-App steht in dieser Liste als Empfehlung.
Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender ACE
Um die gestiegenen Energiepreise abzufedern, hat die Bundesregierung ein Entlastungspaket beschlossen. Es umfasst mehrere Maßnahmen, die sich direkt oder indirekt auf die Kosten beim Tanken auswirken sollen.
Energie-Sofortprogramm
Mehr staatliche Kontrolle
Entlastungsprämie
Einkommenssteuerreform
Quelle: Bundesfinanzministerium, Stand 15.04.2026
Um Anreize für klimafreundliches Verhalten zu setzen, gibt es in Deutschland eine sogenannte CO₂-Bepreisung auf fossile Brennstoffe. Dazu gehören neben Heizöl und Erdgas auch Benzin und Diesel.
2021 begann der CO₂-Preis mit 25 Euro pro Tonne, inzwischen kostet eine Tonne zwischen 55 und 65 Euro. Auch zukünftig wird der CO₂-Preis steigen. Dadurch werden sich die Spritpreise kontinuierlich erhöhen, selbst wenn die Rohölpreise stabil bleiben. Perspektivisch könnte Tanken noch deutlich teurer werden.
Ab 2028 startet das Europäische Emissionshandelssystem 2 (EU-ETS 2), das einen marktgesteuerten CO₂-Preis für Verkehrs- und Gebäude-Emissionen vorsieht. Das bedeutet, dass der Preis für eine Tonne CO₂ künftig nicht mehr von der Regierung festgelegt wird, sondern durch Angebot und Nachfrage auf dem Emissionshandel-Markt bestimmt wird. Experten gehen davon aus, dass sich der Ausstoß von klimaschädlichem CO₂ und der Kauf von CO₂-Zertifikaten ab 2028 erheblich verteuern könnte. Manche Prognosen gehen dann von Preisen zwischen 100 und 300 Euro pro Tonne CO₂ aus. Dadurch würde der Spritpreis um weitere ca. 10 bis 60 Cent pro Liter ansteigen. Das könnte Autos mit Verbrennungsmotor deutlich teurer im Unterhalt und klimaschonende Elektroautos attraktiver machen.
Das Laden von Fahrstrom ist schon jetzt fast immer günstiger als Tanken, zeigt der Elektromobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Halter von Elektroautos profitieren sogar von der CO₂-Abgabe: Sie können ihr eingespartes CO₂ über sogenannte THG-Quote Zertifikate verkaufen und so bares Geld sparen.
*Informationen zur Beispiel-Grafik: Durchschnittlicher Benzinpreis in Deutschland, Stand 08.03.26, Quelle: Statistisches Bundesamt/Dashboard Konjunktur. Die CO₂-Angaben sind ein Durchschnittswert des Preises von 55 bis 65 pro Tonne CO₂; Die Energiesteuer inkl. Erdölbevorratungsbetrag ist ein Zirka-Wert, bestehend aus dem festen Energiesteuersatz von 65,45 Cent/Liter und dem Erdölbevorratungsbeitrag von etwa 0,0027 Euro/Liter.
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