E-Mobilität:

Die Wallbox für zu Hause – Schneller, sicherer, sparsamer zapfen

27.06.2019

Wer Elektroautos oder Plug-in-Hybride zu Hause laden will, kommt nicht ohne Wallbox aus, oder? Wozu sie nötig ist, welches Modell zu den eigenen Ansprüchen passt und was das alles kostet.

An der Haushaltssteckdose sollte man E-Autos nur im Notfall laden, denn die Installation ist für die großen Strommengen und die lange Ladedauer nicht ausgelegt. Im besten Fall springt irgendwann die Sicherung raus, im Extremfall drohen Überhitzungen bis hin zum Kabelbrand. Eine Wallbox – übersetzt „Wandkasten“ – sichert das Hausnetz gegen Überlastung und verhindert gleichzeitig, dass Nutzer einen Stromschlag bekommen. Weil die meisten Boxen über ein fest installiertes Kabel verfügen, gelingt das abendliche Anschließen ans Stromnetz zudem einfacher und schneller, als wenn man das bordeigene Ladekabel aus dem Kofferraum kramen und in die Buchsen von Auto und Wallbox fummeln muss.

Die Wallbox ist nicht nur sicherer, sondern auch schneller

Neben der Sicherheit und dem Komfort hat die Wallbox einen weiteren Vorteil: Sie lädt das E-Auto deutlich schneller auf als die Haushaltssteckdose. Während Letztere maximal 2,3 Kilowatt pro Stunde in den Akku pumpt, schafft die Wallbox je nach Modell und Anschluss zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Das vervielfacht die Ladegeschwindigkeit: Ein E-Mobil mit einer 23 Kilowatt großen Batterie müsste grob gerechnet für zehn Stunden an die Schuko-Dose, an der schnellen Wallbox wäre sie nach etwas mehr als einer Stunde wieder voll. Dazu kommt: Die Ladeverluste sind beim Tanken an der Box häufig deutlich geringer als in anderen Tank-Modi. Das heißt, von dem verbrauchten Strom kommt ein größerer Teil im Akku an.

Bei der Auswahl der Wallbox auch an ein zukünftiges Auto denken

Bei der Wahl der passenden Wallbox spielen mehrere Überlegungen eine Rolle. Zunächst einmal das aktuelle Auto. Längst nicht jedes Modell kommt mit Ladeleistungen von 11 oder 22 kW klar, lädt auch an den schnellen Steckdosen nur mit seiner eigenen, geringeren Geschwindigkeit. Allerdings sollte man bedenken, dass man sein E-Auto irgendwann wechselt – und daher besser eine zukunftssichere Option wählt. In der Regel dürfte die 11-kW-Variante für die meisten Nutzer die beste Wahl sein. Im Vergleich mit dem 22-kW-Topmodell ist sie deutlich günstiger. Zudem bedarf sie, anders als jene, keiner ausdrücklichen Genehmigung durch den örtlichen Netzbetreiber. Wer wirklich schnell laden will, tankt sowieso eher in der Öffentlichkeit, wo Ladeleistungen bis 150 kW – und künftig noch darüber hinaus – möglich sind.

Transportable Geräte machen unterwegs unabhängig von Ladesäulen

Neben praktischen und technischen Überlegungen dürfte bei der Wahl der passenden Box auch der Preis eine Rolle spielen. Einfache Modelle gibt es ab rund 500 Euro, für bessere werden vierstellige Beträge fällig. Ein Gleichstromfehlerschutz sollte direkt verbaut sein, denn er wird für die Installation benötigt. Unterschiede gibt es ansonsten vor allem beim Design und der Ausstattung, etwa der Kabellänge oder dem Komfort des Bediensystems. Alternativ zur fest installierten Box gibt es auch transportable Exemplare, mit denen man unterwegs nicht auf Ladesäulen angewiesen ist, sondern auch Starkstromanschlüsse, etwa in Gewerbebauten, nutzen kann. Zumindest theoretisch kann man seine Wallbox zudem statt an den haushaltsüblichen Wechselstrom auch an den stärkeren Gleichstrom anschließen, allerdings nur zu immensen Kosten.

AC oder DC?

Die Band „AC/DC“ kennt jeder, wofür das Kürzel steht, wissen eher wenige: AC ist die Abkürzung für Alternating Current, also Wechselstrom; DC für Direct Current, auf Deutsch Gleichstrom. Im Haushalt kennen wir vor allem den 230-V-Wechselstrom. Smartphones, aber auch E-Autos und Plug-ins benötigen allerdings Gleichstrom. Den bekommen sie aus dem Akku. Wer zu Hause laden möchte, muss also den Wechselstrom aus der Leitung in Gleichstrom umwandeln. Beim Smartphone übernimmt das das Netzteil, beim Auto der On-Board-Lader. So kann jedes E-Auto und jeder Plug-in mit Wechselstrom laden. Allerdings sind leistungsfähige On-Board-Lader teuer. Deshalb können günstige E-Autos und Plug-ins oft selbst an der 22-kW-Wallbox nur mit 3,7 oder 4,6 kW laden. Wenn es schneller gehen soll, ist dies meist nur mit Gleichstrom möglich. Üblich sind dabei 40–50 kW, neue Ladesäulen schaffen bis zu 350 kW. Die sind allerdings bisher so teuer, dass sie sich im Haushalt nicht lohnen. Doch neue DC-Lader stehen in den Startlöchern und könnten bald kommen.

Einbau nur durch den Fachmann

Wer an die konkrete Planung seiner Heim-Ladesäule geht, wendet sich zunächst am besten an seinen Stromversorger. Häufig fördert dieser die Installation mit einigen Hundert Euro, hat passende Boxen im Angebot oder bietet spezielle Stromtarife an. Auch der Hersteller des jeweiligen Autos hat häufig Wallboxen im Programm oder kann die Kontakte vermitteln. Wer technisch trittsicher ist, kann sich eine Box mittlerweile auch in Eigenregie in E-Fachmärkten oder im Online-Versand besorgen. Den Einbau sollte man jedoch in jedem Fall einem Profi überlassen. Die Kosten hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab, dürften aber mehrere Hundert Euro betragen. Doch Fehler sind lebensgefährlich. Zudem droht bei Schäden Ärger mit der Versicherung.

Und was ist mit Schnellladesäulen?

Noch schneller als an der Wallbox geht es nur an Schnellladesäulen. Die sind aber so teuer (ca. 50.000 Euro), dass sie sich für Privatpersonen nicht rentieren. Doch ihre Zahl im öffentlichen Raum wächst, mittlerweile gibt es über 1000 in Deutschland, vor allem entlang Autobahnen und auf Supermarktparkplätzen.

Diese Wallbox-Anbieter gibt es unter anderem:

ACE-Tipp: Kooperationspartner New Motion

Einfache Wallboxen kosten etwa 500 Euro, höherwertige oft auch vierstellig. Beim Kooperationspartner New Motion erhalten ACE-Mitglieder 50 Euro Rabatt. Mehr Infos per E-Mail unter mv@ace.de