E-Mobilität:

Gebrauchtwagen - Schnäppchen-Stromer

30.08.2018

Immer mehr Autofahrer liebäugeln mit der E-Mobilität, die Autos sind aber trotz Umweltbonus vielen noch zu teuer. Der Gebrauchtwagenmarkt ist eine günstige Alternative.

Diverse gut gemachte Elektroautos gibt es seit einigen Jahren. Trotz reichlich Begeisterungspotenzial und wachsender Beliebtheit bleiben die Stromer aber weiterhin Exoten. Potenzielle Käufer schrecken vor allem die hohen Preise ab. Doch E-Autos müssen gar nicht teuer sein, mittlerweile gibt es eine recht große Auswahl an Stromern aus zweiter Hand. Viele werden bereits für vierstellige Beträge angeboten. Die Risiken für Käufer sind in der Regel gering.

Großer Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos

Wer online nach gebrauchten Elektroautos sucht, landet mehrere tausend Treffer. Weniger als zehn Prozent dieser E-Mobile aus zweiter Hand sind älter als fünf Jahre. Und selbst die Betagteren weisen meist geringe Laufleistungen auf. Doch selbst hohe Laufleistungen müssen nicht abschrecken, denn in Elektroautos stecken grundsätzlich viel weniger Verschleißteile als in konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Zahnriemen, Kupplung oder Auspuff? Solche Problemzonen gibt es bei Stromern nicht. Und dank der meist starken Rekuperation, also der Stromrückgewinnung durch die Motorbremse, halten Bremsanlagen deutlich länger als bei Autos mit Verbrenner.

Batterie ist nicht problemanfällig

Lediglich die Batterie gilt als ein mit gewissen Risiken behaftetes Bauteil, allerdings keineswegs als Mängelherd. Die meisten Hersteller behaupten, dass die Haltbarkeit auf den Fahrzeuglebensdauer ausgelegt ist. Wahrscheinlich dürften auch 15 oder 20 Jahre möglich sein. Bislang gibt es noch kein Modell, beim dem sich der Stromspeicher als problemanfällig erwiesen hätte. Zelldefekte gelten bislang über alle Hersteller hinweg als sehr selten.

Akkus verlieren jährlich 2,5 Prozent Leistung

Was allerdings bei allen E-Autos gleich ist: Die Akkus altern. Dieser Ermüdungseffekt wird vor allem von der Häufigkeit der Ladezyklen beeinflusst. Mitsubishi, das mit dem i-Miev das älteste Volumenmodell im Markt hat, rechnet damit, dass bei täglichem Laden ein Akku 2,5 Prozent seiner Leistung pro Jahr verliert. Insofern sollten Batterien selbst bei zehn Jahre alten Fahrzeugen noch über gut Dreiviertel ihrer Ursprungskapazität verfügen. Das schränkt die Reichweite ein, mehr aber nicht. Sollten die Reichweitenverluste deutlich höher ausfallen, können diese oft durch eine sogenannte Konditionierung, dabei handelt es sich um eine Glättung der Zellenspannungen, zumindest teilweise wieder verringert werden. Sollten tatsächlich einmal Zellendefekte auftreten, kann man diese je nach Modell und Hersteller für relativ wenig Geld auch reparieren lassen.

Batterie in Fachwerkstatt prüfen lassen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor dem Kauf eines gebrauchten Stromers den Zustand der Batterie bei einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Mit Hilfe von Datenauslesegeräten lässt sich leicht ermitteln, wie es um den Stromspeicher bestellt ist. Vollkommen risikolos ist der Kauf, wenn die Batterien von den Herstellern gemietet werden, wie unter anderem bei Renault, Nissan oder Smart. Für diese Miete muss man einen Monatsbetrag entrichten, der zwischen 30 und 140 Euro liegen kann. Das Gebrauchtschnäppchen nervt dann zwar mit den Folgekosten des Batterieleasings, allerdings muss der Hersteller eine defekte Batterie kostenlos tauschen. Sollte tatsächlich ein Akku schlapp machen, muss man den ohnehin eher unwahrscheinlichen Fall eines wirtschaftlichen Totalschadens aufgrund eines Batteriedefekts nicht fürchten.