01.09.2017

IAA 2017 – Die Neuheiten von A bis Z

Ein neuer Polo, ein neuer X3, ein neuer A8: Die IAA 2017 wird vor allem aus deutscher Sicht viele neue Modell-Highlights bieten. Doch auch andere europäische und asiatische Hersteller fahren groß auf.

Die kommende IAA (14. bis 24. September) ist nicht nur aus deutscher Sicht das Automessen-Highlight 2017. Trotz der Absagen von Fiat, Alfa, Nissan, Volvo oder Peugeot werden auch etliche europäische und asiatische Hersteller eine ganze Reihe automobiler Stars ins Frankfurter Scheinwerferlicht rollen. Ein Überblick von A bis Z.

Alpina

Wenn auch kein wirklich neues Auto, sorgt der Alpina D5 S zumindest längsdynamisch für einen neuen Höhepunkt: Eine Kraftkur kitzelt aus dem Dreiliter-Biturbo-Sechszylinderdiesel des BMW 5er nämlich 285 kW/388 PS, was eine Sprintzeit von 4,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 286 km/h erlaubt. Ab 88.000 Euro starten die Preise für den damit schnellsten Diesel der Welt.

AMG

Auf der IAA wird Mercedes-Tochter AMG ihr langerwartetes Hypercar vorstellen. Der Supersportwagen mit Formel-1-Technik soll allerdings erst 2019 auf den Markt kommen. Als Antrieb dient dem bislang „Project One“ getauften Boliden ein nur 1,6 Liter großer V6-Motor, wie er auch in der Formel 1 genutzt wird. Dazu gesellen sich drei E-Motoren, die verschiedene Antriebskonfigurationen erlauben. Wenn alle Triebwerke volle Kraft geben, wird die Leistung über 1.000 PS liegen. Maximal 300 Einheiten des rund 2,5 bis 3 Millionen Euro teuren Supersportwagens sollen gebaut werden.

Audi

Die vierte Generation des Audi A8 ist eine Machtdemonstration deutscher Autobaukunst. So dringt das Flaggschiff der Ingolstädter in neue Sphären autonomer Fahrkünste vor: Bis 60 km/h soll die Oberklasse-Limousine vollautomatisch fahren und auf Knopfdruck selber einparken können. Zudem gibt es ein 48-Volt-Bordnetz, über 40 Assistenten, ein neues Hightech-Fahrwerk sowie ein Bedienkonzept mit vielen Displays und wenig Knöpfen. Bei den Motoren bleibt der A8 weitgehend konventionell. Ein prestigereicher W12 wird wieder zu haben sein, aber auch ein Plug-in-Hybridantrieb mit 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite.

Bentley

Für die britische Luxusmarke ist der Continental GT das Volumenmodell. Seit 2003 ist der Zweitürer im Programm. 2011 gab es eine intensive Überarbeitung, die auch als zweite Generation bezeichnet wird. Nächstes Jahr ist eine echte Neuauflage fällig, die sich erstmals auf der IAA zeigt. Unter anderem hat der GT gleich 200 Kilogramm abgespeckt, während die Leistung der W12-Version auf 635 PS gestiegen ist, was eine Sprintzeit in unter vier Sekunden und maximal 330 km/h erlaubt. Zu den Innovationen gehören reichlich neue Assistenzsysteme, riesige Displays im Innenraum und ein 48-Volt-Bordnetz. Darüber hinaus zeigt die VW-Tochter noch den Flying Spur V8 in einer sportlich akzentuierten Version namens „S Black Edition“.

BMW

Angesichts des SUV-Booms dürfte BMWs wichtigste IAA-Neuheit die dritte Generation des X3 sein. Diese kommt weitgehend konventionell vorgefahren, gibt sich allerdings schnittiger, leichter und aerodynamischer als bisher. Der Innenraum bietet viel Komfort, einen 10,2 Zoll großen Touchscreen sowie einen von 550 auf 1.600 Liter erweiterbaren Kofferraum. Das Motorenangebot umfasst Benziner und Diesel mit einem Leistungsspektrum von 184 bis 360 PS. Neue Assistenzsysteme und neue Online-Funktionen sorgen für mehr Sicherheit und Komfort.

Als weitere große Modellneuheit wird der 6er GT erwartet, bei dem es sich um den Nachfolger des 5er GT handelt. Auch als 6er bietet der GT viel Luxus und Platz innen, während die Außenhaut coupéhafte Eleganz versprüht. Gerüchteweise soll auch der X7 als seriennahe Studie vorfahren, einem siebensitzigen Ableger des neuen BMW X5. Entsprechende Erlkönige der Serienversion wurden bereits gesichtet, die Premiere könnte allerdings auch in den USA folgen. Definitiv eine US-Premiere wird die dritte Generation des Roadsters Z4 feiern. Vor dem IAA-Auftritt zeigen die München im August am Pebble Beach den in enger Kooperation mit Toyota entwickelten Sportwagen. Weitere Premiere-Kandidaten sind das bereits in den Markt gestartete Facelift von 2er Coupé und Cabriolet, ein elektrisch angetriebener 3er, ein über 600 PS starker M5 sowie die exklusive Edition 40 Jahre vom 7er.

Borgward

Bereits 2015 diente der wiedergegründeten Marke Borgward die IAA als Bühne zur Präsentation des ersten Serienmodells BX 7. Die chinesische Marke mit deutscher Historie will aber nicht nur SUV-Hersteller sein. Im September wird erstmalig ein flaches, coupéartiges, vermutlich sportliches und elektrisch angetriebenes Fahrzeug gezeigt.

Citroen

Mit den Marken Peugeot und DS bleibt ein Teil des PSA-Konzerns der IAA fern, doch immerhin Citroen darf sich in Frankfurt präsentieren. Als Messeneuheit hat die Traditionsmarke das kleine SUV C3 Aircross dabei, das den Minivan C3 Picasso beerbt. Der Aircross setzt auf eine robust wirkende Außenoptik sowie einen geräumigen und variablen Innenraum. Das Leistungsspektrum der Drei- und Vierzylindermotoren reicht von 68 kW/93 PS bis 100 kW/136 PS. Marktstart ist im November zu Preisen ab 15.200 Euro.

Dacia

Bislang gab es nur Erlkönig-Sichtungen des neuen Dacia Duster, weshalb die Chancen durchaus hoch stehen, dass sich die Neuauflage bereits in Frankfurt zeigt. Vermutlich mit gefälligerem Design, kleinem Turbobenziner, neuen Assistenzsystemen und neuer Infotainment-Technik. Zudem dürfte das Billig-SUV, das vermutlich weiterhin für einen sehr niedrigen fünfstelligen Betrag zu haben sein wird, einige Pfunde verlieren.

Ford

Es wird gemunkelt, dass Ford in Frankfurt die neue Generation des Focus vorstellen wird. Vermutlich wird dieser sich bei Außenoptik und Innenraum am neuen Fiesta orientieren, der unter anderem mit einem besonders aufgeräumten Arbeitsplatz beeindruckt. Ein weiterer Premieren-Kandidat ist die geliftete Euro-Version des Mustang. In den USA ist das überarbeitete Kultauto bereits zu haben, für Europa ist der Marktstart für Anfang 2018 angekündigt.

Hyundai

Wichtigste Neuheit bei Hyundai ist das kleine SUV Kona. Das neue Modell startet im November mit polarisierendem Design, gutem Platzangebot und optionalem Allradantrieb. Die Diesel- und Benzinmotoren leisten zwischen 85 kW/115 PS und 130 kW/177 PS. Die Preise für dem 4,17 Meter langen Koreaner dürften bei rund 19.000 Euro starten. Außerdem stehen auf der IAA zwei neue i30-Varianten. Beim i30N handelt es sich um einen besonders dynamischen Ableger mit sportlicher Optik und bis zu 202 kW/275 PS Leistung. Im Frühjahr ergänzt der Fastback, eine Mischung aus Kombi und Coupé, die i30-Baureihe.

Jaguar

Auch bei Jaguar ist man auf das SUV-Segment aufmerksam geworden. Nach dem F-Pace erweitern die Briten nun mit dem E-Pace ihr Angebot um einen kompakten Hochbeiner. Dieser bietet innen ein hochauflösendes Head-up-Display, vier 12-Volt-Ladeanschlüsse, fünf USB-Buchsen und einen WLAN-Hotspot. Bei den Sicherheitssystemen gibt es Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung und Abstandtempomat. Das Kofferraumvolumen beträgt mindestens 577 Liter und lässt sich auf bis zu 1.234 Liter erweitern. Für den mindestens 35.000 Euro teuren E-Pace werden Benziner und Diesel mit 150 bis 300 PS zur Wahl stehen. Darüber hinaus gibt es auf der IAA ein Wiedersehen mit dem XF Sportbrake. In seiner Neuauflage kommt der Kombi der oberen Mittelklasse mit fünf Zentimeter mehr Radstand und einen auf 1.700 Liter gewachsenen Kofferraum vorgefahren. Ebenfalls noch im Herbst erhältlich ist die XJ-Performance-Variante XJR575. Ein 5,0-Liter-V8-Kompressormotor leistet in der bislang stärksten Serien-Limousine der Briten 423 kW/575 PS. Der Preis liegt bei rund 144.000 Euro.

Kia

Den Ausbau seiner SUV-Palette setzt Kia auf der IAA nach unten fort. Mit dem Stonic bringen die Koreaner ein lediglich 15.790 Euro teures Modell für den Einsatz im Großstadtdschungel auf den Markt. Der 4,20 Meter kurze Neuling bietet ein auffälliges Design und eine abwechslungsreiche Farbpalette. Mit seinem über 350 Liter großen Kofferraum ist der Fünftürer zudem alltagstauglich. Der Stonic lässt sich mit einem zeitgemäßen Infotainmentsystem, Kollisionsverhinderer oder LED-Scheinwerfern aufrüsten. Neben einem 110 PS starken Diesel stehen noch drei Benziner mit 84, 99 oder 120 PS zur Wahl. Die Verbräuche liegen zwischen 4,2 und 5,5 Liter.

Mercedes-Benz

In einer Messepremiere stellt Mercedes die neue X-Klasse vor. Das rund 37.000 Euro teure Pick-up-Modell mit viel Technik vom Nissan Navara soll vor allem in Schwellenländern um die Gunst der Kunden buhlen. Robust, geländegängig und vielseitig einsetzbar ist der über 5,30 Meter lange Allradriese. Da es sich um einen Mercedes handelt, bietet der Kleinlaster zugleich ein gehobenes Komfortniveau. Neben etwas Premium-Flair im Innenraum soll auch das Fahrwerk diesem Markenanspruch in besonderer Weise gerecht werden.

Offiziell noch nicht bestätigt wurde die Präsentation des EQ-A, einer batterieelektrischen Variante der neuen A-Klasse. Die Neuauflage des Kompaktmodells wurde bereits für das nächste Jahr angekündigt. Weitere IAA-Kandidaten sind das geliftete S-Klasse Coupé sowie die Serienversion des Brennstoffzellen-Modells GLC F-Cell, dessen Markteinführung die Stuttgarter im vergangenen Jahr für 2017 offiziell verkündeten.

Opel

Opel gehört mittlerweile offiziell zu PSA. Folgerichtig zeigen die Rüsselsheimer auf ihrer Hausmesse mit dem Grandland X ein Modell auf Basis des Peugeot 3008. Im Vergleich zum Franzosen-SUV ist das Opel-Pendant mit 4,48 Meter um drei Zentimeter länger. Diverse Charakterlinien verleihen dem Grandland X ein schickes und sportliches Erscheinungsbild. Unter anderem das Markenemblem im Kühlergrill und das LED-Doppelschwingen-Motiv in den Scheinwerfern sorgen für entsprechende Opel-Identität. Im Innenraum ist Platz für bis zu fünf Personen. Der normal 514 Liter große Kofferraum kann auf 1.652 Liter erweitert werden. Die Basisversion mit 96 kW/130 PS starkem Benziner ist ab 23.700 Euro bereits bestellbar. Außerdem stehen bei Opel noch die neuen Insignia-Varianten Country Tourer und GSi. Letzterer trägt einen 2,0-Liter-Turbomotor unter der Haube, der 191 kW/260 PS leistet. Ebenfalls sportlich kommt der neue Corsa S daher, der für mindestens 18.400 Euro einen immerhin 110 kW/150 PS starken Benziner bietet.

Porsche

In Frankfurt wird Porsche die dritte Generation des SUV-Modells Cayenne vorstellen. Das Dickschiff orientiert sich optisch an der schnittigen Linie des Macan. Zudem soll der Allradler deutlich abspecken. Antriebsseitig werden Sechs- und Achtzylinder mit bis zu 600 PS erwartet. Auch eine Version mit Hybridantrieb gilt als gesetzt. Auf Dieselmotoren könnte der Sportwagenhersteller beim kommenden Cayenne möglicherweise verzichten. Bereits konkretere Informationen gibt es zum ebenfalls anwesenden 911 GT2 RS. Dank 515 kW/700 PS kann der Über-Elfer den Standardsprint nach 2,8 Sekunden abhaken und 340 km/h schnell werden. Entsprechend hoch ist mit 285.220 Euro auch der Preis.

Renault Megane RS

Mit breiten Backen und Diffusor ausgerüstet wird Renault den Megane in der Sportversion RS nach Frankfurt schicken. Für dynamische Fahrleistungen dürfte der 1,8-Liter-Turbo aus dem neuen Renault-Alpine sorgen, der vermutlich um 280 PS leisten wird.

Seat

Die Spanier bauen ihre SUV-Palette weiter aus. Als Premiere stellt die VW-Tochter den unterhalb des Ateca angesiedelten Arona vor. Das City-SUV basiert auf der jüngst vorgestellten Neuauflage des Ibiza.

Skoda

Nach dem Kodiaq lässt Skoda auf der IAA noch den kompakten Bruder Karoq vom Stapel laufen. Das neue SUV-Modell, ein enger Verwandter des Seat Ateca, wird Nachfolger des betagten Skoda Yeti. Der fast 4,40 Meter lange Fünftürer wird mit konventionellen Diesel- und Benzinmotoren mit 115 bis 190 PS zu haben sein. Zum Marktstart wird es den Karoq zunächst in höherwertigen Ausstattungen geben. Später folgt die vermutlich rund 21.000 Euro teure Basisversion.

Subaru

Die fünfte Generation des Subaru Impreza feiert auf der IAA in Frankfurt ihre Europapremiere. Auf den Markt kommen dürfte der kompakte Allrader jedoch erst 2018. Beim Antrieb setzen die Japaner weiter auf die Kombination von serienmäßiger Allradtechnik und Boxerbenziner. In den USA und Japan, wo das Modell bereits zu haben ist, gibt es Benziner mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und bis zu 110 kW/150 PS Leistung. Preise sind noch nicht bekannt, das aktuelle Modell startet bei 18.600 Euro.

Suzuki

Suzuki wird seine im Frühjahr 2017 eingeführte sechste Swift-Generation in naher Zukunft wieder in einer Sport-Version anbieten. Optisch ist das Sport-Styling von eher dezenter Natur. Interessant dürfte die Frage nach dem Motor sein. Suzuki setzt mittlerweile auf Turboaggregate mit kleinem Hubraum. Vermutlich dürfte der Sport einen 1,4-Liter-Turbobenziner mit mindestens 140 PS bekommen.

Toyota

Ebenfalls einen sportlichen Kleinwagen wird Toyota mit dem Yaris GRMN zeigen. 217 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment soll der Japaner aus seinem 1,8-Liter-Kompressormotor mobilisieren und dank der knapp über 1,1 Tonnen Gewicht in 6,5 Sekunden den Standardsprint absolvieren sowie 230 km/h schnell werden. Nur 400 Exemplare des mindestens 30.000 Euro teuren Flitzers sind geplant. Außerdem dürfte die nächste Generation des Land Cruisers auf der IAA debütieren.

TU München

Deutlich langsamer kommt in Frankfurt die TU München mit einem Elektro-Laster für afrikanische Märkte südlich der Sahara vorgefahren. Die aCar genannte Einfachkonstruktion ist modular aufgebaut, geländetauglich und lässt sich mit Solarstrom laden. Optisch ähnelt das aCar einem Golf-Cart mit Ladefläche.

VW

Bei VW wachsen nicht nur die Modelle, sondern auch die SUV-Palette. So feiert der völlig neue der T-Roc auf der IAA Weltpremiere. Der kompakte Hochbeiner auf Golf-Basis soll die künftige Lücke zwischen einem Polo-SUV (ab 2018) und dem Tiguan schließen. Damit ist der T-Roc das entsprechende Pendant zum Audi Q2, mit dem er auch technisch eng verwandt ist. Wohl noch 2017 wird der kleine SUV in Deutschland für rund 20.000 Euro auf den Markt kommen.

Eine weitere wichtige IAA-Neuheit ist der VW Polo. Die Neuauflage bietet ein Raumangebot, das fast dem Niveau der Kompaktklasse entspricht. Vorläufig wird es vier Benziner mit Leistung mit 48 kW/55 PS bis 110 kW/150 PS sowie zwei Diesel mit 59 kW/80 PS und 70 kW/95 PS geben. Eine Novität ist der Erdgasmotor 1.0 TGI mit 66 kW/90 PS. Bereits serienmäßig wird der Polo über das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung verfügen. Premiere feiert wohl auch der Polo GTI.

Außerdem zeigen die Wolfsburger den Golf Sportsvan. Der höherbauende Ableger des Bestsellers erhält die technischen Neuerungen der aktuellen Golf-Generation. ZU erwarten ist zudem die nächste Version der E-Autostudienreihe, mit denen VW zeigt, was ab 2019 mit elektrischem Antrieb kommen soll. IAA 2017