10.11.2020

Wallbox-Förderung – Fragen und Antworten

Was genau wird gefördert? Wer kann Anträge stellen? Und wie viel Geld gibt es überhaupt? Die neue Wallbox-Förderung ist relativ unbürokratisch – Fragen wirft sie im Detail aber trotzdem auf.

Update vom 12. Februar 2021: Der Bund hat das Fördervolumen für private Wallboxen aufgestockt. Aktuell stünden 300 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, hieß es auf Nachfrage beim Verkehrsministerium. Beim Start Ende November lag der angesetzte Betrag noch bei 200 Millionen. Die Aufstockung war nötig: Bei 900 Euro Zuschuss pro Wallbox hätten rechnerisch 222.222 Ladepunkte gefördert werden können. Zum 31. Januar zählte die Kreditanstalt für Wiederaufbau schon 192.281 Anträge auf insgesamt 237.507 Ladepunkte. Das entspricht laut KfW einem Zusagevolumen von knapp 214 Millionen Euro.
Auch mit der Aufstockung sind also mehr als zwei Drittel des Volumens rechnerisch schon ausgeschöpft. Angesichts der hohen Nachfrage bei begrenztem Fördervolumen ist für Interessenten Eile geboten.

Update vom 24. November 2020: Mit einer breit angelegten Wallbox-Prämie will die Bundesregierung den Bau privater Elektroauto-Ladestationen fördern. Eine Antragstellung ist seit dem 24. November 2020 möglich. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was wird gefördert?

Geld gibt es für den Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses sowie der damit verbundenen notwendigen Nebenarbeiten an Stellplätzen von bestehenden Wohngebäuden. Keine Förderung bekommt man für öffentlich zugängliche Ladestationen, etwa in Büro-Tiefgaragen oder an Kundenparkplätzen von Geschäften.

Wer wird gefördert?

Die Förderung beantragen können sowohl private Eigentümer und Vermieter als auch Mieter – letztere benötigen aber die Zustimmung des Vermieters. Außerdem können Wohneigentümergemeinschaften Anträge stellen. Welche Schritte Sie zur privaten Lademöglichkeit führen, zeigt Ihnen unser Ratgeber "Wallboxen – Die Stromtankstelle für Zuhause".

Welche Wallboxen werden gefördert?

Die Ladestation muss über eine Normalladeleistung von 11 Kilowatt verfügen und Strom aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, zum Beispiel aus der eigenen Photovoltaik-Anlage. Zudem muss sie intelligent steuerbar sein. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) veröffentlicht auf ihren Internetseiten eine regelmäßig aktualisierte Liste der förderfähigen Exemplare, die derzeit von rund 100 Herstellern angeboten werden. Zu finden sind dort neben den Ladestationen großer Autohersteller auch solche von Zulieferern wie ABB, Juice, Wallbe oder Walther Werke.

Was bedeutet "intelligent steuerbar"?

Nicht intelligent steuerbare Ladestationen laden einfach drauflos, unabhängig davon, ob das Netz aktuell besonders belastet ist oder nicht. Intelligente Modelle beherrschen ein dynamisches Lastmanagement, passen Leistung und Ladezeiten an die Situation an ihrem Standort an. Das wird umso wichtiger, je mehr Elektroautos in der Nachbarschaft fahren und geladen werden. Neben den Vorteilen für die Netzstabilität gibt es noch weitere Pluspunkte. Etwa die mögliche Einbindung in ein Smart-Home-Netzwerk oder die leichtere Kontrolle und Abrechnung des Stromverbrauchs, beispielsweise wenn ein Dienstwagen geladen wird. Der Aufpreis für die „Intelligenz“ gegenüber nicht-vernetzten Modellen ist relativ gering, liegt bei wenigen hundert Euro. Die intelligenten Funktionen müssen bei dem eigenen Gerät nicht unbedingt genutzt oder frei geschaltet sein. Entscheidend ist, dass sie technisch angelegt sind.

Wie viel Geld gibt es?

Der Staat zahlt pro Ladepunkt einen Zuschuss von 900 Euro. Geld gibt es aber nur, wenn die Kosten tatsächlich mindestens 900 Euro betragen. Stehen auf der Rechnung 899 Euro, entfällt die Förderung. Entsprechendes gilt für mehrere Ladepunkte; kosten drei Anschlüsse beispielsweise nur 2500 Euro, erhält der Antragsteller lediglich 1800 Euro.

Wie komme ich an die Förderung?

Die Anträge müssen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau gestellt werden. Und zwar, bevor die Ladestation bestellt wird. Für die Antragstellung ist ein Identitätsnachweis nötig – entweder per Schufa-Check, Video-Identifizierung oder Postident-Verfahren. Danach kann die Wallbox gekauft und installiert werden. Ist alles fertig, muss als Nachweis die Rechnung online bei der KfW eingereicht werden.

Welche Ladeleistung benötige ich?

Wallboxen gibt es in unterschiedlichen Leistungsstufen von rund 2,7 bis 22 kW. Je höher der Wert ist, desto schneller ist der Akku voll. Die Förderung gibt es aber ausschließlich für 11-kW-Boxen. Das ist nicht optimal für Fahrer der wenigen E-Modelle, die schneller laden – sie können die volle Ladegeschwindigkeit nicht ausnutzen. Für Halter von E-Mobilen mit schwächeren Bordladern ist das hingegen weniger problematisch. Sie laden zwar langsamer, dürften dank der Förderung aber in der Regel trotzdem billiger an die Wallbox kommen, als wenn sie ein langsames Gerät ohne Förderung kaufen würden. Außerdem macht die höhere Ladeleistung die Installation zukunftssicher – etwa, wenn ein neues E-Auto angeschafft wird.

Welchen Stecker brauche ich?

Die meisten E-Autos in Europa nutzen heutzutage den Typ-2-Standard, erkennbar an den sieben Polen und der abgeflachten Oberseite. Lediglich einige ältere Modelle, etwa die ersten Nissan Leaf, haben einen runden, fünfpoligen Typ-1-Stecker. Wer eine Wallbox ohne fest installiertes Ladekabel wählt, kann mit Adaptern beide Typen betanken. Ist das Ladekabel mit der Box verbunden, sind derartige Lösungen in der Regel nicht möglich. Trotzdem dürfte letztere Variante für die meisten Nutzer die praktischste sein. Auch, weil das fahrzeugeigene Kabel für die öffentliche Ladesäule im Kofferraum bleibt und nicht vergessen werden kann.

Was kostet eine Wallbox?

Die Preise liegen zwischen knapp 500 und über 2.000 Euro je nach Ladeleistung und Funktionsumfang. Dazu kommen die Installationskosten, die stark von den örtlichen Gegebenheiten abhängen. Wer die Förderung will, muss mindestens 900 Euro für Erwerb und Anschluss ausgeben, ansonsten gibt es überhaupt kein Geld. Sparsamkeit lohnt sich also nur bedingt.