Verkehrssicherheit:

Airbag für Radfahrer – Effektiver Helmersatz

07.05.2019

Helm-Muffel aufgepasst: Der schwedische Airbag fürs Fahrrad bietet sich als attraktive und schützende Alternative an.

Allzu viele Radler verzichten auf einen Kopfschutz, weil sie ihre Frisur lieber vom Fahrtwind zerzausen als vom Helm beeinträchtigen lassen. Für alle Helmmuffel offeriert die schwedische Firma Hövding einen Fahrradairbag.

Die Halskrause wird bei einem Sturz blitzschnell zum Airbag

Der in drei Größen erhältliche Airbag wird einfach um den Hals gelegt und per Reißverschluss verschlossen. 200 Mal pro Sekunde messen integrierte Sensoren, ob das Bewegungsmuster auf einen Sturz hinweist. Ist das dann tatsächlich der Fall, entfaltet sich der Airbag blitzschnell, in nur 0,1 Sekunden, schützt den Kopf und fixiert das Genick.

Schwere Kopfverletzungen werden verhindert oder zumindest abgemildert

Der Hövding bleibt acht Sekunden lang aufgeblasen, während ein Radhelm auf einen einzigen Aufprall hin ausgerichtet ist. So werden auch mehrere Stöße abgefangen. Tests der renommierten US-amerikanischen Stanford University ergaben, dass der Hövding das Risiko einer Gehirnerschütterung im Vergleich zu einem klassischen Helm um bis zu acht Mal reduziert. Die Gefahr eines Schädelbruchs kann laut diesen Tests nahezu ausgeschlossen werden. Mehr als 3000 dokumentierte Unfälle von Hövding-Trägern belegen die Sicherheitswirkung.

Bei einem seitlichen Aufprall wirkt der Hövding noch nicht vollständig

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) begrüßt ausdrücklich die Entwicklung von „Airbag-Helmen“. Allerdings gibt es Grenzen: Unfallforscher geben zu bedenken, dass im seltenen Fall eines seitlichen Aufpralls auf ein hohes Fahrzeug die Schutzwirkung noch nicht voll entfaltet sein könnte.

Der Kopf-Airbag ist freigegeben bis 25 km/h und für Radler ab 15 Jahren

Hövding gibt seinen Airbag für Alltagsräder und Pedelecs bis zu einem Tempo von 25 km/h frei, nicht aber für schnellere Fahrzeuge wie zulassungspflichtige S-Pedelecs und Rennräder. Auf Brille oder kleinen Ohrschmuck muss beim Tragen des Hövdings nicht verzichtet werden, ebenso wenig auf die Mütze oder Kapuze auf dem Kopf. Allerdings wird vorausgesetzt, dass der Radler mindestens 15 Jahre alt sein muss.

Der Akku hält ungefähr neun Stunden und wird per USB-Kabel aufgeladen

Nach dem Einschalten des Airbags bestätigen Leuchtdioden und ein Tonsignal die Funktion. Der integrierte Akku hält dann etwa neun Betriebsstunden, vollständig aufgeladen wird der Akku in drei Stunden via USB-Kabel. Der Hersteller verspricht 320 Ladezyklen, die gesamte Lebensdauer beträgt etwa sieben Jahre.

Bereits über 130.000 Radfahrer sind mit dem Hövding unterwegs

Mehr als 130.000 Radler haben sich schon für den Kopfairbag der Schweden entschieden. Erhältlich ist der Hövding im Fahrradhandel, aber auch in Outdoor-Läden. Wermutstropfen bleibt der Preis von 299 Euro, für einen bunten Überzug des Sicherheitskragens sind weitere 20 bis 60 Euro fällig. Nicht billig, aber als alternativer Kopfschutz durchaus überlegenswert.