Ratgeber:

Fahrradsicherung – Schloss und Riegel

05.11.2019

2018 wurden fast 300.000 Fahrräder geklaut. Ein, besser sogar zwei Schlösser sollten jedes Rad sichern. Worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Seitdem Pedelecs nicht mehr als Krücke, sondern als stylische Alltagshelden wahrgenommen werden, boomt die Fahrradindustrie: Zwischen 2014 und 2018 sind die Umsätze um 60 Prozent gestiegen. Fast eine Million Pedelecs sind allein 2018 in Deutschland verkauft worden. Doch mit dem Boom stieg in der Vergangenheit auch die allgemeine Zahl der Fahrrad-Diebstähle. Und so wurden 2018 fast 300.000 Räder geklaut. Für immerhin 160.000 davon traten die Assekuranzen ein, weil sie einerseits überhaupt versichert waren und andererseits auch entsprechend gesichert waren.

Versicherungen stellen im Falle eines Diebstahls strenge Bedingungen

Dafür müssen die Velos in der Regel mit einem hochwertigen Schloss an einen festen Gegenstand angeschlossen sein. Das kann ein Laternenpfahl sein, aber auch der Radträger am eigenen Auto oder Wohnmobil. Manche Versicherungen führen sogar Listen, welche Schlösser sie überhaupt akzeptieren. Ein einfaches Rahmenschloss, auch Bäckerschloss genannt, reicht in der Regel nicht. Handelsübliche Räder könnten einfach weggetragen werden.

Moderne Rahmenschlösser werden mit digitaler Technik kombiniert

Doch trotzdem hat das Rahmenschloss in den vergangenen Jahren wieder Aufwind bekommen. Denn einerseits sind viele Pedelecs so schwer, dass sie eben doch nicht so einfach weggetragen werden können, andererseits weisen die Bäckerschlösser auch Neuheiten auf. So gibt es zum Beispiel Rahmenschlösser, die sich automatisch entsperren, wenn sich der Besitzer dem Rad nähert, zum Beispiel per NFC (Trelock SL 460 Smartlock, 90 Euro) oder Bluetooth (I LOCK IT, 99 Euro). So entfällt die lästige Schlüsselsuche. Die digitalen Schlüssel könnten aber abgefangen werden, wie es bei den schlüssellosen Systemen bei den Autos schon passiert ist.

Kombischlösser vereinen die Vorteile von Kette und Rahmenschloss

Sicherer ist dagegen eine feste, dicke Stahlkette, an der selbst Bolzenschneider versagen. Neue Schlösser nutzen beides: Sie kombinieren Rahmenschlösser, die Vorteile hinsichtlich Gewicht und Platzbedarf haben, mit einer Kette, die sich um einen Gegenstand wickeln lässt und deren Zapfen im Rahmenschloss einrastet. Während der Fahrt kann die Kette im Rucksack, in einer kleinen Tasche am Fahrrad oder sogar am Abstellplatz bleiben, wenn zum Beispiel regelmäßig zwischen zwei festen Orten gependelt wird. Beliebt sind diese Schlösser gerade bei Lastenrädern, weil sie während eines kurzen Stopps beim Bäcker eben nicht so einfach weggetragen werden können.

Bügel- und Faltschlösser sind eine gute Alternative

Für Cityräder, Cross-, Mountain- und Trekking-Bikes, sprich für die Mehrheit der Räder, eignen sich Bügelschlösser (z.B. Master Lock 8278, ab 34 Euro). Sie bieten mit die höchste Diebstahl-Sicherheit, sind allerdings oft schwer und sperrig und nicht überall findet sich ein entsprechend naher Laternenpfosten. Kleiner sind Faltschlösser, wie das Abus Bordo Granit X-Plus (ab 75 Euro). Sie lassen sich zusammenklappen, sind in der Regel leichter, doch in verschiedenen Tests haben die meisten nicht so gut abgeschnitten wie Bügelschlösser.

Die Investition in ein hochwertiges Fahrradschloss lohnt sich

Alle vorgestellten Schlösser haben eines gemein: Sie sind nicht gerade leicht und auch nicht günstig. Doch Experten raten, etwa fünf bis zehn Prozent des Fahrrad-Werts in das Schloss zu investieren. Unabhängig vom Preis: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, alle Schlösser lassen sich mit mehr oder weniger Aufwand knacken, spätestens vor dem Winkelschleifer kapituliert jedes Fahrradschloss. Die abschreckende Wirkung reicht oft schon: sieht der potenzielle Dieb auf den ersten Blick, dass das Rad nicht einfach mitgenommen oder das Schloss schnell geknackt werden kann, sucht er sich ein leichteres Opfer.

Nur wenige Fahrraddiebstähle werden aufgeklärt

Ein weiterer Tipp ist die Codierung der Räder, beispielsweise durch die Polizei. Allerdings ist die Aufdeckungsquote niedrig , in Berlin wurden 2017 beispielsweise von 30.325 angezeigten Fahrraddiebstählen nur 1175 aufgeklärt. Daher besser mit einem ordentlichen Schloss vorsorgen.

ACE-Tipp: Comfort-Mitgliedschaft

In Verbindung mit der ACE-Comfort-Mitgliedschaft bietet der ACE einen Schutzbrief für Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs. Zusätzlich ist die ACE-Fahrrad-Vollkaskoversicherung die ideale Ergänzung zur Mitgliedschaft. Dieser umfangreiche Schutz für E-Bikes bietet Sicherheit bei Diebstahl, Vandalismus, Feuchtigkeitsschäden.