Fahrbericht:

Audi Q3 – Rundling zeigt Kante

29.10.2018

Im November startet der neue Audi Q3 – schärfer gezeichnet, auf familienfreundliches Maß gewachsen und mit dem elektronischen Bauchladen der Oberklasse-Modelle ausgerüstet.

Mit weltweit über 1,1 Millionen Verkäufen ist der Q3 der Bestseller in Audis SUV-Palette. Für einen echten Offroader waren die Formen jedoch immer zu rund und weich. Und zum praktischen Familiengefährt fehlten ihm Platz und Variabilität. Doch das wird ab sofort anders.

Alltagsbegleiter in dynamischem Outfit

In allen Dimensionen deutlich gewachsen, mutiert die zweite Generation zum alltagstauglichen Allrounder mit selbstbewusster SUV-Optik und standesgemäßer Geräumigkeit. Der neue achteckige Single-frame-Grill stemmt sich nun mit breitem Rahmen und acht vertikalen Streben in den Fahrtwind, flankiert von keilförmig zulaufenden LED-Scheinwerfern (Serie), die es in der Topversion auch mit Matrix-Technologie gibt. Das sieht wuchtig und zugleich elegant aus – wenn auch wieder zum Verwechseln ähnlich mit den jüngsten Audi-Modellen. Auch die Seitenansicht erscheint mit kantigen Konturen und betonten Radhäusern wie ein Mix aus Q2 und Q5. Die stärker geneigte D-Säule und der Dachkantenspoiler geben der Linienführung einen dynamischen, leicht coupéhaften Abschluss.

Deutlich mehr Platz für Passagiere und Gepäck

Auffällig ist vor allem aber die neue Größe des Q3. Mit 4,49 Metern ist er nun fast zehn Zentimeter länger als der Vorgänger und damit dem kompakten SUV-Segment fast schon entwachsen. Auch der Abstand zwischen den Achsen streckt sich um rund acht Zentimeter auf 2,68 Meter. Das schafft eine spürbar größere Geräumigkeit für Knie, Kopf und Ellenbogen, vor allem auf den Rücksitzen, die sich serienmäßig um bis zu 15 Zentimeter verschieben lassen. Entsprechend schluckt der Kofferraum nun 530 bis 675 Liter, bis zu 215 Liter mehr als bisher. Maximal gehen 1525 Liter hinein. Praktisch: Die Gepäckraumabdeckung findet ihren Platz unterm Ladeboden, der sich in drei Niveaus variieren lässt. Ein Ablage- und Gepäckraumpaket inklusive Geheimfach unter dem Beifahrersitz sowie LED-Strahler in der Heckklappe sind gegen Aufpreis zu haben.

Cockpit und Interieur stammen überwiegend aus den Oberklassemodellen

Cockpit und Interieur wurden mehr oder weniger aus den neuen Oberklassemodellen der Marke adaptiert, inklusive der zweigeteilten Instrumententafel und der MMI-Displays. Serie ist allerdings nur das MMI-Radio mit digitalem 10,25-Zoll-Kombiinstrument. Gegen Aufpreis gibt es außerdem das virtual cockpit, Touchscreen-Displays in der Mittelkonsole in den Größen von 8,8 oder 10,1 Zoll sowie die MMI Navigation plus Sprachsteuerung, die bei Unklarheit sogar Rückfragen stellt. Auf dem neusten Stand sind auch die Fahrassistenten, vom Abstandstempomaten inklusive automatischer Spurführung und Staufunktion über Ein- und Ausparkroboter bis zum Querverkehrswarner oder den vier Umgebungs-Kameras, die neben dem Detailblick auf die vorderen und hinteren Räder auch eine virtuelle Sicht von oben zeigen.

Vier Motoren zum Verkaufsstart

Im Gegensatz zur markanten neuen Erscheinung wirken die Motoren etwas blass. Vier Aggregate stellt Audi zum Verkaufsstart im Q3 bereit, allesamt Vierzylinder-Direkteinspritzer mit Turboaufladung. Einstieg ist ein 1,5-l- Benziner mit 150 PS (110 kW) und Zylinderabschaltung, der mit seiner großen Laufkultur für die meisten Manöver des Alltags ausreicht. Das Audi Q3 35 TFSI genannte Modell wird zunächst nur mit 7-Gang S tronic und Frontantrieb ab 33.500 Euro angeboten. Ein günstigerer 6-Gang-Handschalter soll folgen. Immer mit dem Doppelkupplungsgetriebe sowie einem Allradantrieb gekoppelt ist der 2,0-l-Benziner, der in zwei Leistungsstufen als Q3 40 TFSI mit 190 PS (ab 39.600 Euro) und als Topmodell Q3 45 TFSI mit 230 PS (ab 43.800 Euro) angeboten wird. Den besten Fahreindruck hinterlässt der 2,0-l-Diesel mit 150 PS (ab 35.900 Euro), der – selbstverständlich nach Euro-6d-TEMP normiert – leise und kultiviert sein 340 Nm starkes Drehmoment einsetzt. Dieser Q3 35 TDI wird zunächst mit manuellem Schaltgetriebe und quattro-Allradantrieb ausgeliefert. Eine 7-Gang S tronic mit Frontantrieb soll folgen. Ebenso wie ein weiterer 2.0 TDI mit 190 PS.