Fahrbericht:

Hyundai Kona – Unten angebaut

05.07.2017

So langsam müsste der SUV-Markt eigentlich gesättigt sein. Trotzdem scheint das Wachstum unaufhaltbar: Die Autobauer versuchen immer weiter mit neuen Modellen ihr Stück des SUV-Kuchens etwas zu vergrößern. Zum Beispiel Hyundai mit dem Kona, der soeben in Seoul seine Weltpremiere feierte und ab November bei den deutschen Händlern anzutreffen ist.

Mit nur 4,17 Metern Länge schlägt der nach einer hawaiianischen Küste benannte Kona in die aktuelle Trend-Kerbe der immer kleiner werdenden SUV und positioniert sich deutlich unter dem kompakten Hyundai Tucson. Anders als Opel mit dem neuen Crossland X oder Renault mit dem Capture wollen die Koreaner allerdings ein echtes SUV anbieten. Also sieht der in Hyundais neuer Markenwelt vor den Toren Seouls enthüllte Kona mit den Plasteplanken an den Radhäusern und Seitenschwellern, dem schlundartigen Kühlergrill und den ausgesprochen schmalen Scheinwerfern nicht nur aus, wie ein richtiger Abenteurer, sondern bringt auf Wunsch seine Kraft auch über alle vier Räder auf die Straße – zunächst allerdings nur in Kombination mit der größeren von zwei verfügbaren Benzin-Motorisierungen, dem 1.6T-GDI.

Die Basisvariante des neuen Hyundai kommt mit Frontantrieb

Der aufgeladene Vierzylinder entwickelt 130 kW/177 PS und wuchtet mit 265 Newtonmetern das Mini-SUV in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis zur Vmax von 210 km/h. Serienmäßig ist das Triebwerk an Hyundais Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt – geht es nach den Wünschen der deutschen Marken-Statthalter, wird der 1.6er später auch mit Schaltgetriebe nachgereicht. Zwar stehen die Preise noch nicht fest, doch dürfte die 4x4-Version deutlich über 20 000 Euro in der Preisliste stehen. Ob die 88 kW/120 PS starke Einstiegsvariante mit Einliter-Dreizylinder-Turbo wirklich unter dieser Tarifgrenze bleibt, ist ebenfalls abzuwarten. Anders als der Vierzylinder kommt die Basisvariante aber ausschließlich mit manuellem Sechsgang-Getriebe und immer nur mit Frontantrieb. Ab 2018 erweitern schließlich noch ein 1,6-Liter-Diesel mit 85 kW/115 PS und 100 kW/136 PS sowie eine Elektrovariante mit über 390 Kilometern Reichweite das Angebot.

Trotz farblicher Akzente außen wirkt der Kona innen etwas altmodisch

Apropos Angebot: Der Kona soll nicht nur mit aktueller Sicherheitsausstattung (inklusive Notbremsassistent, aktivem Spurhalter und Querverkehrswarner), moderner Konnektivität, einem High-End-Audiosystem und als erstes Hyundai-Volumenmodell auch mit einem Head-up-Display punkten, sondern auch mit einem breiten Angebot an Individualisierungsmöglichkeiten. Unter anderem lassen sich Luftauslässe, die Einfassung des Start-Knopfes und die Gurte farblich anpassen – ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass die Kunden beim kompakten i30 nur die Wahl zwischen einem schwarzen und grauen Interieur haben.

Daran, dass das Interieur in Summe trotzdem etwas altbacken wirkt, ändern aber auch die farbigen Akzente nicht viel. Denn während der Kona äußerlich ausgesprochen extrovertiert auftritt und sich selbstbewusst von seinen Marken-Brüdern unterscheidet, passt er sich innen ganz dem Familien-Stil an. Das heißt aber auch, dass sich nicht nur langjährige Hyundai-Fahrer in dem übersichtlichen Cockpit schnell zurechtfinden.

Kleiner SUV mit überzeugendem Platzangebot

Zwar setzen die Koreaner im großen Stil Hartplastik ein, doch das ist ausgesprochen präzise verarbeitet und wirkt selbst beim Anfassen nicht billig. Obwohl der Kona zu den kleinsten Vertretern des Segments zählt, punktet er außerdem mit seinem sehr guten Platzangebot – und zwar vorne wie hinten. Und sogar der Kofferraum ist mit 361 Litern fast so geräumig wie beim VW Golf. Das muss das für nächstes Jahr erwartete Polo SUV T-Cross erst einmal nachmachen.