Fahrbericht:

Mazda CX-5 – Bruder Leichtfuß

28.09.2017

Der Mazda CX-5 ist mit unter 1,5 Tonnen das Leichtgewicht unter den kompakten SUV. Aber auch sonst geht Mazda eigene Wege.

So ganz leicht macht es Mazda dem an einem kompakten SUV interessierten Kunden ja nicht. In der Broschüre wird zunächst ein Feuerwerk an Begriffen gezündet. Darunter leicht verständliche wie i-ACTIVSENSE (Fahrassistenten), SKYACTIVE (Motorentechnologie), i-ELOOP (Bremsenergie-Rückgewinnung), TAKUMI-NURI (hochwertige Lackierung) oder KODO (Design-Philosophie), Am schwierigsten zu übersetzen – aber durchaus hinter dem Lenkrad zu spüren – ist der Begriff. JINBA-ITTAI.

Präzise Abstimmung bis ins Detail

Am ehesten trifft es noch das Wort-Konstrukt „verbunden sein“. Denn mit einem Gewicht von unter 1,5 Tonnen, sehr einfühlsamer Lenkung, leichtgängiger und präziser Schaltung, sowie sauber abgestimmtem Fahrwerk folgt der CX-5 den Befehlen am Lenkrad tatsächlich sehr direkt und brav. Das ist in dieser Fahrzeugkategorie keine Selbstverständlichkeit und entkräftet einen Großteil der Argumente die SUV Gegner gerne am Stammtisch verbreiten. Zu groß, zu schwer, zu träge, die SUV saufen wie ein Loch.

Ein SUV kann auch sparsam sein

Selbst der letzte Punkt, der auf das sensible Thema Verbrauch anspielt, ist bei Mazda mit großem Aufwand angegangen worden. Der getestete Benziner soll auf dem Papier im Schnitt nur 6,8 Liter Super auf 100 Kilometer brauchen. Da aber jeder weiß, das Papier auf dem Verbrauchsdaten gedruckt werden sehr geduldig ist, sollte man dem realen Testverbrauch doch mehr Aufmerksamkeit schenken. Und hier kann der Zweiliter SKYACTIV-Benziner in der Version mit 160 PS und gekoppelt an den Allradantrieb mit 8,1 Liter durchaus überzeugen. Denn sicherlich geht es noch sparsamer als bei dem ACE LENKRAD Mix aus zügiger Autobahnfahrt, kurvigen Landstraßen und viel Stop and Go in der Stadt. Das auf dem Bordcomputer dabei nur 7,6 Liter stehen: geschenkt! Das machen alle so.

Durchzug ist nicht sein Ding

Leider kann der mit ungewöhnlich hoher Verdichtung operierende Vierzylinder im Punkt JINBA-ITTAI nicht mit dem Rest mithalten. Ohne unterstützung eines Turboladers fehlt unter 3000 Umdrehungen schlicht ein wenig Schmalz. Auch werden die Gaspedalbewegungen nicht immer so direkt umgesetzt wie man sich das angesichts der sportlichen Gesamtanmutung wünschen würde. Zar täuscht der Motor auf dem ersten Viertel des Gaspedalweges ein Temperament vor, doch beim weiteren Durchtreten kommt dann nicht mehr. Nicht einmal das sehr gut wahrnehmbare Vierzylinder- Brummen ändert sich dabei.

Übereifrige Assistenten

Das Assistenzpaket, bestehend aus aktivem Spurhalte-Assisten, Ausparkhilfe (beides aufpreispflichtig bzw. nur in den höheren Ausstattungslinien vorhanden)) City-Notbremsassistent und Spurwechselassistent ist ebenfalls sehr präsent. Es piept doch recht häufig irgendwo und es zieht auch manchmal im Lenkrad, obwohl keine echte Not besteht. Natürlich kann man die Sensibilität in gewissen Grenzen ein- und die meisten Funktionen sogar ganz abstellen, doch grundsätzlich sind alle Systeme nach jedem Motorstart wieder scharf gestellt.

Das kann gefallen oder auch nicht, stört die übervorsichtige Bevormundung doch bisweilen und in manchen Situationen ein wenig die ansonsten fast perfekte Harmonie zwischen Mensch und Fahrzeug.

Technische Daten Mazda CX-5

Fünftüriges SUV, Länge: 4,55 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,68 Meter, Radstand: 2,70 Meter, Kofferraumvolumen: 506–1.620Liter

Skyactiv G 160 AWD: 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, 6-Gang-Schaltgetriebe, 118kW/160 PS, maximales Drehmoment: 208 Nm bei 4.000 U/min, 0–100 km/h: 10,9 s, Vmax: 198 km/h, Testverbrauch: 8,1 Liter/100 Kilometer, EU-Durchschnittsverbrauch: 6,8 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 159 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: 32.190 Euro