Fahrbericht:

Seat Ibiza – Der Flotte

29.02.2016

Auch Kleinwagen ermöglichen ihren Kunden heutzutage viel Komfort. Was der Seat Ibiza bietet, zeigt dieser Fahrbericht.

Er ist der große Bruder des Mii und Namensvetter der drittgrößten spanischen Insel. Den Seat Ibiza, seit 1984 auf dem Markt, gibt es bereits seit 2008 in der vierten Generation. Er konkurriert unter anderem mit dem Opel Corsa, dem Skoda Fabia oder dem Renault Clio. Das aktuelle Facelift des Ibiza ist Grund genug den Kleinwagen einmal auf Herz und Nieren zu überprüfen. Hier im Test: Die Ausstattungsvariante Style des 1.0 Eco TSI mit Fünf-Gang-Schaltgetriebe.

Karosserie und Innenraum

 

Der aktuelle Seat Ibiza zeigt zwei Gesichter: Vorne scharf gezeichnet und sportlich, hinten eher brav und clean gehalten. Der Fünftürer mit einem Leergewicht von 1095 Kilogramm und den Maßen: 4,06/ 1,69/ 1,45 Meter (L/B/H) hat sich äußerlich nicht viel verändert. Das Design wurde lediglich durch neue LED-Tagfahrlichter und -Heckleuchten erweitert. Hinzu kommt für Kunden die Möglichkeit, Spiegel und Kühlergrill farblich zu individualisieren. Der Blick ins Innere zeigt ein übersichtliches Cockpit und ein hochwertiges Armaturenbrett mit weich aufgeschäumtem Material. Die harte Innenverkleidung der Türen steht im Kontrast dazu. Das Dreispeichenlenkrad liegt gut in der Hand, die darauf platzierten Multifunktionstasten sind selbsterklärend und somit leicht zu bedienen. Der Griff zum Lederschaltknauf ist anfänglich, aufgrund seiner kleinen Dimensionierung, etwas gewöhnungsbedürftig – geht dann aber schnell in Fleisch und Blut über. Vor dem Schaltknauf befinden sich, etwas versteckt, zwei Becherhalter. Größere Flaschen sind an dieser Stelle schwierig zu verstauen. Die Rückbank ist für Mitreisende auf Kurzstrecken völlig ausreichend. Durch die Möglichkeit die Rücksitze geteilt umzulegen, findet neben den Mitfahrern auch längeres Gepäck seinen Platz. Der Kofferraum mit einem Volumen von 292 Liter (umgeklappt 938 Liter) bietet ausreichend Platz für Einkäufe. Von außen lässt er sich über Klappen des Seat-Markenzeichens öffnen. Diese Lösung gefällt, denn es entfallen unangenehme Schmutzkanten.

Komfort und Fahrverhalten

 

Komfortabel wird es schon beim Öffnen des Wagens. Durch die Coming-Home-Funktion leuchtet der Kleinwagen sein Umfeld aus und vermittelt damit besonders bei Dunkelheit ein gutes Gefühl. Bevor sich das Tagfahrlicht vollständig eingeschaltet hat, flackert es allerdings. Ob gewollt oder nicht – es sieht aus, als würde der Wagen zum Leben erwachen. Im Inneren sind die Sitze schnell eingestellt. Für große Menschen könnte die Einstellung ruhig noch etwas weiter nach unten gehen. Nach dem ersten Eindruck sind die Sitze sehr bequem. Eine Schwäche fällt dann aber während der Fahrt auf: Die Rückenlehnen geben auf unebenen Strecken nach und somit wenig Halt. Verstärkt wird dieser Effekt durch das relativ harte Fahrwerk des Ibiza. Das wiederum passt aber zum aufgeweckten Charakter und macht bei zügiger Fahrt richtig Freude. Beim ersten Abbiegen fällt auf: der Blinkerhebel ist etwas weiter weg als der Scheibenwischerhebel. Zwar ungewöhnlich, aber am Ende auch nur eine Sache der Gewöhnung. Insgesamt bietet der Kleinwagen eine gute Rundumsicht. Er ist wendig und lässt sich wunderbar auch in kleine Lücken einparken.

Motor und Technik

 

Für den Dreizylinder Motor mit 999 cm3, 70kW (95 PS) ist die Autobahn nicht unbekannt. Laut Herstellerangaben kommt der Ibiza auf eine Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h. Doch sein Terrain ist die Stadt. Hier bringt der spritzige Spanier am meisten Spaß. Die zwei Gesichter von außen spiegeln sich damit auch im Inneren wieder, denn der flotte Ibiza verfügt gleichzeitig über einen ECO-Trainer mit Spritspar-Tipps und Punktvergabe für den eigenen Fahrstil. Wer sich damit bewusst beschäftigt, bekommt neben den frühen Schaltempfehlungen im Tachodisplay weitere gute Impulse. Doch letztendlich liegt es eben immer am Gasfuß, wie sparsam der Wagen unterwegs ist. So kann der Verbrauch auch mal bei sieben Litern liegen. Unabhängig davon ist das Fünfgang-Schaltgetriebe wunderbar zu händeln und sorgt für angenehme Übergänge. An steilen Stücken unterstützt die Berganfahrhilfe. Erfreulich ist auch das Start-Stopp-System. Fast unmerklich tut es seinen Dienst und gestaltet die Wartezeiten an der Ampel angenehm ruhig – wenn man nicht gerade die Soundanlage genießt. Auf gleichmäßigen Stecken ist außerdem der einwandfrei funktionierende Tempomat eine gute Unterstützung. Insgesamt ist es erfreulich, dass der Hersteller auch für Kleinwagen wie den Ibiza so viele technische Unterstützer bietet – auch wenn sich hier über den Nutzen einer Ulltraschall-Einparkhilfe streiten lässt. Ohne das Piepsen sind die Maße des Autos genauso gut einzuschätzen. In Sachen Sicherheit punktet der Ibiza jedenfalls mit fünf Sternen beim Euro NCAP-Test.

Ausstattung und Preis

 

Den Seat Ibiza Style 1.0 Eco TSI gibt es zum Grundpreis von 16.680 Euro. Mit an Bord sind dann: Klimaanlage mit elektronischer Temperaturregelung, Berganfahrassistent, LED-Tagfahrlicht, Müdigkeitserkennung, Spiegel elektrisch verstellbar, Leichtmetallräder, der Bordcomputer und der Tempomat. Wer gerne mehr Pferdestärken an Bord möchte, hat die Wahl zwischen zwei 110 PS-Varianten. Die eine mit 6-Gang-Getriebe (17.430 Euro Grundpreis) und die andere mit 7-Gang-DSG (18.930 Euro Grundpreis).

Wie überall, kostet die Sonderausstattung natürlich extra. Das Winter-Comfort-Paket für den 5-Türer (360 Euro) lohnt sich vor allem für Frostbeulen, denn damit hält die Sitzheizung Einzug in die vordere Reihe.  Der Zusatz von getönten Seitenscheiben (170 Euro) und einer Ultraschall-Einparkhilfe vorne (200 Euro) ist eine Geschmacksfrage, während das Licht-und-Sicht-Paket (295 Euro) mit Coming-Home-Funktion und automatisch abblendendem Innenspiegel durchaus Sinn macht. Wer sein Handy gerne mit dem Media System Plus (285 Euro) verbinden möchte, nimmt die FullLink-Funktion dazu (170 Euro). Apps, die von Apple Car Play, Mirrorlink oder Android Auto zertifiziert wurden, können in Bild und Ton dargestellt werden und über den 6,5 Zoll Touchscreen oder per Spracherkennung bedient werden. Ob dann über das Handy navigiert werden soll, ist entscheidend dafür, wie sinnvoll die Ausgabe für ein eingebautes Navigationssystem (400 Euro) ist. Wählt man alle diese Sonderausstattungen, nennt man den Ibiza, mit einem Aufpreis von 1880 Euro, zum Gesamtpreis von 18.560 Euro sein Eigen.

Fazit

Der von uns getestete Ibiza ist ein wendiger Stadtflitzer, der bei Bedarf eine ganze Reihe technischer Helferlein bietet und  sicher ans Ziel führt. Mit seinem Connect-Angebot ist er auch im Zeitalter des Smartphones up to date.