Fahrbericht:

Škoda Fabia Combi – Der Praktikant

01.01.2016

Er ist nicht der größte, nicht der schnellste und nicht der aufregendste Kombi der Welt – aber der Škoda Fabia ist praktisch und genau deswegen eine gute Wahl.

Größe kostet – diese einfache Regel gilt nicht nur für Flachbildschirme, Jachten oder Häuser, sondern in besonderem Maße auch für Autos. Mit 3,99 Metern gehört ein Škoda Fabia mit Schrägheck zu den kompakten Fahrzeugen, mit einem Einstiegspreis von 11.790 Euro auch zu den preiswerten.

Nur 600 Euro mehr für den Combi

 

Der Combi, bei Škoda traditionell mit einem "C" geschrieben, bietet noch mehr Platz und sinnige Details. In Zahlen ausgedrückt: 600 Euro Aufpreis für 27 Zentimeter Länge und 200 Liter mehr Kofferraum.

Der Begriff "preiswert" ist bewusst gewählt, denn es gibt durchaus billigere Autos in diesem Segment. Allerdings hat Škoda längst den Billigheimer-Anspruch aufgegeben und bietet heute Komponenten auf neuestem Stand der Technik und ein gediegenes Ambiente.

Praktisch-sinnvolles Innendesign

 

Die eigentliche Stärke von Škoda ist jedoch, das Leben mit und im Auto so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten. So gibt die Bedienung keinerlei Rätsel auf. Vom Tickethalter in der Windschutzscheibe bis zum Eiskratzer im Tankdeckel haben sich die Tschechen darüber hinaus viele Gedanken gemacht, was Autofahrer im täglichen Leben tatsächlich brauchen.

Nicht alles davon ist kostenlos, das auf den Bildern gezeigte Ablagenpaket kostet 55 Euro extra, der variable Kofferraumboden 140 Euro.

Die sind wohl gut angelegt. Denn wird die Rückbank umgelegt, passt wirklich eine Menge in das Ladeabteil. Sogar Fahrräder; eine entsprechende Halterung, mit der die Räder auf dem Kofferraumboden fixiert werden, ist für 190 Euro im Angebot.

Top-Motorisierung hat der Škoda Fabia gar nicht nötig

 

Die Motoren und Fahrwerke stammen aus dem Modulbaukasten von Volkswagen und müssen sich dementsprechend vor keiner Konkurrenz verstecken. Aus dem überschaubaren Angebot von Drei- und Vierzylinder-Motoren zwischen 60 und 110 PS hat der Testwagen in Race-Blau-Metallic passenderweise die 1,2 Liter große Topmotorisierung unter den Benzinern.

Die 110 PS geben sich quirlig und haben mit der leichten Karosserie (Leergewicht laut Werk nur 1150 Kilo) wenig bis keine Mühe. Was sich wiederum direkt auf den Verbrauch auswirkt: 5,1 Liter im Test sind aller Ehren wert. Wer sich bewusst zurückhält, kann mit einer Vier auf dem Bordcomputer belohnt werden.

Mehr Platz in der zweiten Reihe

 

Eine gegenüber dem Vorgänger deutlich gewachsene Spurweite und der längere Radstand haben dem Fahrkomfort gutgetan. Die Wankbewegungen halten sich im Rahmen, der Abroll- und Federungskomfort ist der Klasse absolut angemessen. Noch einen Vorteil hat die Umstellung auf den neuen Unterbau: In der zweiten Reihe ist nun auch für Erwachsene ausreichend Platz.

Die Zuladung von mindestens 425 Kilo (je nach Variante bis zu 530 Kilo) und auch die Anhängelast von ungebremsten 570 Kilo gehen für einen kleinen Kombi absolut in Ordnung, kleineren "Arbeitseinsätzen" am Wochenende steht somit nichts im Weg.

Fazit

Die Neuauflage des Fabia hat in jeder Hinsicht gewonnen, der Combi ist geradezu ein Geheimtipp. Nicht nur im Vergleich zu anderen kleinen Kombis, sondern sogar als nicht einmal 20.000 Euro teure Alternative zu einem Auto der sogenannten Golfklasse.