Fahrbericht:

Suzuki Baleno – Donnerwetter

01.12.2016

Baleno ist italienisch und bedeutet Blitz. Ob der japanische Kleinwagen bei seinen Nutzern positiv einschlägt, klärt dieser Fahrbericht.

Der Baleno feierte im Sommer dieses Jahres seine Wiederauferstehung. 1995 das erste Mal auf dem Markt, wurden die Schrägheck-, Stufenheck- und Kombivarianten im Jahr 2001 schließlich wieder abgesetzt. Der neue Baleno, italienischer Begriff für Blitz, steht nun als Fließheckmodel da. Er konkurriert mit anderen Kleinwagen wie zum Beispiel dem Mazda 2, dem Opel Corsa oder dem Hyundai i20. ACE LENKRAD fuhr das Baleno-Modell 1.0 Boosterjet.

Karosserie und Innenraum

 

Der Baleno hat keine aufregende Optik, nutzt aber genau das als seine Stärke. Linien, wie der in die Frontscheinwerfer überfließende Kühlergrill oder das wellenförmige Heck geben ihm ein harmonisches Erscheinungsbild. Die Chromleisten rund um das Auto werten den Eindruck noch  etwas auf.  Mit seinen Maßen von knapp vier Meter Länge,  1,75 Meter Breite und 1,47 Meter Höhe rangiert der Baleno am oberen Ende der Kleinwagenklasse. Im Innenraum wird das unaufgeregte Design fortgesetzt. Das Cockpit ist sehr übersichtlich ausgestattet und wirkt, trotz günstigerem Material, hochwertig. Einige Befehle können über Lenkradtasten ausgeführt werden. Die Mittelkonsole bietet genügend und flexibel einrichtbaren Stauraum für Handy, Schlüssel und Kaffebecher. In den Seitentüren finden sogar 1,5 Liter Flaschen ihren festen Halt. Im Fond sind in den Seitentüren ebenfalls kleine Staufächer zu finden. Der Kofferraum fasst 355 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank 756 Liter.

Komfort und Fahrverhalten

 

Fahrer des Baleno sind vorzugsweise eher klein. Der Sitz lässt sich zwar höhenverstellen, aber nur weiter nach oben, nicht nach unten. Kleine Menschen haben damit eine optimale Sicht, große hingegen sehen an der Ampel im schlechtesten Fall nur die Grünphase. Der Rest wird dann vom Dachhimmel verdeckt. Die Sitze sind in Ordnung, lassen jedoch ein wenig den Seitenhalt vermissen. Ein Pluspunkt sind die höhenverstellbaren Gurte. Das Platzangebot im Fond ist absolut ausreichend und macht mittellange Strecken zu viert oder sogar zu fünft durchaus möglich. Den Motor schlüssellos per Knopfdruck gestartet, kann es auch schon losgehen. Um das Licht braucht sich der Fahrer keine großen Gedanken machen, solange die Automatik aktiviert ist. Nicht nur  die Außenspiegel sorgen für einen guten Überblick, generell bietet der Baleno eine gute Rundumsicht. An eisigen Tagen sorgen Heizelemente in Außenspiegeln und Heckscheibe für schnellen Durchblick. Um den Körper angenehm warm zu halten, arbeiten vorne die Sitzheizungen. Diese könnten allerdings etwas besser abgestimmt sein, denn mal laufen sie auf Hochtouren, mal gefühlt gar nicht. Ein gleichmäßigeres Durchwärmen wäre schöner.

 

Das vielfach verstellbare Lederlenkrad liegt angenehm in der Hand, die darauf platzierten Bedienknöpfe sind gut erreichbar und selbsterklärend. Auch die Menüführung des Multifunktionsdisplays in Sachen Musik, Navigation, und Verbindung mit mobilen Geräten ist leicht verständlich. Das Navi-System beobachtet überdies den Streckenverlauf und warnt vor Stau oder stockendem Verkehr auf der vorliegenden Strecke – auch wenn gerade gar keine Zielführung aktiv ist. Das kann für die Wahl der Strecke durchaus sehr hilfreich sein. Bei aktiver Zielführung kann das System allerdings schon einmal mit der Berechnung der Ankunftszeit etwas durcheinander kommen. Das könnte an den vielzähligen zu verarbeitenden Verkehrsmeldungen liegen. Auf unseren Fahrten wurde die Zeit aber auch immer wieder richtig angepasst. Wenn es die Autobahn zulässt, sind die erlaubten Geschwindigkeiten ohne eine übermäßige Geräuschbelästigung gut fahrbar. Einzig das in der Mittellage fehlende Rückstellmoment fordert hohe Konzentration beim Lenken. Unebene Strecken zeigen außerdem, dass die Federung etwas hart ist. Je nach Geschmack, stellt das aber keinen Nachteil dar. Einkäufe sind mit dem Baleno keine besondere Herausforderung. Der Wagen hat zwar am Kofferraum eine relativ hohe Ladekante, dafür aber viel Stauraum. Rechts und links dient er mit kleinen Staufächern, die das Herumfliegen von Kleinteilen verhindern. Der große Pluspunkt: Ein doppelter Boden lässt hochwertige Gegenstände elegant verschwinden.

Motor und Technik

 

Suzuki bietet seinen Baleno nur als Benziner an. Die Basis bildet ein 1,2 Liter Dualjet Vierzylindermotor mit 66kW. In der Mitte trumpft der gleiche Motor mit einem Mild Hybrid System auf, welches beim Rekuperieren hilft. Das heißt, die Bremskraftenergie wird teils zurückgewonnen und unterstützt den Wagen zum Beispiel beim Wiederanfahren. Die dritte, von uns getestete, Variante ist ein 1,0 Liter Dreizylinder Turbomotor – genannt Boosterjet mit 82kW. Diese Variante ist entweder mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder mit Sechsgang-Automatikgetriebe erhältlich. Unser Testwagen, der Handschalter, hat ein maximales Drehmoment von 170Nm bei 2000 bis 3500 Umdrehungen. Der Turbolader leistet artig seinen Dienst, sorgt für einen blitzartigen Durchzug. Das macht Freude. Wer genau hinhört, nimmt  ab und zu ein leises Jaulen von ihm war. Ansonsten ist der Boosterjet ein eher unaufgeregter und sparsamer Zeitgenosse. Das Gewicht des Baleno, mit 980 Kilogramm knapp unter einer Tonne, hat da sicherlich Einfluss. Selbst bei zügiger Fahrweise zeigt der Bordcomputer auf unseren Fahrten höchstens 5,6 Liter Verbrauch an. Unsere Berechnungen ergeben allerdings einen realen Verbrauch von 6,2 Liter.

Ausstattung und Preise

 

Der Baleno wird in den Ausstattungsvarianten, Basic, Club und Comfort angeboten. Der 1,2 Liter Dualjet ist als Basic und Club erhältlich. Die Basicvariante hat bereits eine Klimaanlage mit Pollenfilter, einen Dachkantenspoiler, sechs Airbags, Zentralverriegelung, einen Lichtsensor, LED-Tagfahrlicht und kostet 13 790 Euro. Die Club-Version bietet die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch verstellbare beheizbare Außenspiegel und silberne Applikationen im Innenraum. Sie kostet 14 790 Euro. Die Hybridvariante des Baleno gibt es nur in der höchsten, der Comfort-Ausstattung. Sie kostet 17 590 Euro. Auch der von uns getestete Boosterjet ist nur in der Comfort-Ausstatung erhältlich. Sie beinhaltet zum Beispiel eine Klimaautomatik mit Pollenfilter, Keyless Start, 16"-Alufelgen, einen adaptiven Tempomat (ACC) mit Geschwindigkeitsbegrenzer, eine radargestützte aktive Bremsunterstützung (RBS), eine Rückfahrkamera sowie ein Audio-System mit Smartphone-Anbindung inklusive Navigation, Bluetooth und Lenkradbedienung. Mit manuellem Fünfgang-Getriebe belaufen sich die Kosten auf 17 990 Euro. Das Model mit Sechsgang-Automatikgetriebe ist etwas teurer: 19 490 Euro. Aufpreis zahlt man für den Baleno, wenn eine Metallic-Lackierung gewünscht ist. Dann werden noch einmal 450 Euro fällig. Verfügbar ist diese allerdings erst ab der Club-Ausstattung.

Fazit

Donnerwetter, für einen Kleinwagen ist der Baleno gar nicht schlecht. Vor allem das Platzangebot und der adaptive Tempomat überzeugen. Großen Schnick-Schnack sucht man außen wie innen vergebens, doch in Sachen Zuverlässigkeit ist der Wagen blitzgescheit.