Aktion 2015: "Park dein Handy, wenn du fährst!"


Das Innenleben eines Autos ist heute eine Multi-Tasking-Zentrale auf vier Rädern. Mit elektronischen Reglern, Displays mit Touchscreen, Joystick und mehr als ein Dutzend Knöpfen am Lenkrad. Hupe inklusive!

Neben schalten, kuppeln, blinken und steuern ist alles machbar: Zieleingabe im Navi, das Fahrwerk programmieren oder die MP3-Musikbox über die USB-Schnittstelle bedienen. Ach ja – und dann gibt es noch das Smartphone: telefonieren, SMS lesen, App öffnen oder schnell mal was googeln.

Trotz der Punktereform und eines gewachsenen Bußgeldes steigt die Zahl der Handy-Nutzer am Steuer. Das Kraftfahrt-Bundesamt registrierte 2014 mit 6.800 pro Monat eine Verdoppelung der Verstöße, doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Im Rahmen der bundesweiten Clubaktion 2015 geht der ACE mit dem Appell "Park dein Handy, wenn du fährst!" auf die Straße. An großen Kreuzungen, Ein- und Ausfahrtstraßen und an Einkaufszentren soll die Anzahl der Handy-Sünder erfasst werden, um so einen Anhaltspunkt zu finden, was sich unter der Spitze des Eisberges tatsächlich bewegt.

Zahl der Unfälle mit ungeklärter Ursache steigt.
Wie viele Unfälle sich in Deutschland aufgrund von Ablenkung durch Textnachrichten tatsächlich ereignen, kann nicht beziffert werden, denn bei der polizeilichen Unfallerhebung wird dies bisher nicht untersucht. Bekannt geworden sind jedoch mehrere Fälle, bei denen im Fahrzeug von tödlich Verunglückten das Telefon mit einer angefangenen Kurznachricht gefunden wurde. Quelle: DVR report 4/2014

Im Blindflug unterwegs ...
Zeitdruck oder Gedankenlosigkeit – wer losfährt und dann erst sein Handy in die Hand nimmt, um schnell eine Nachricht zu tippen, hat für lange Sekunden kein Gespür für das eigene Fahrzeug, keinen Blick für den Gegenverkehr. Daher gilt: Das Handy während der Fahrt von der Pole-Position in die Park-Position geben!

"Das ist wie 1,1 Promille" Dr. Mark Vollrath Technische Universität Braunschweig
"Wir haben die Smartphone-Nutzung für eine Studie mit der Wirkung von Alkohol verglichen", so der Psychologie-Professor Dr. Mark Vollrath in einem ACE LENKRAD-Interview. "Da sind wir bei vergleichsweisen Alkoholwirkungen von 1,1 bis 1,2 Promille." Und auch Sven Rademacher, Sprecher des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, weiß zu berichten: „Die Nutzung ist zu einem Problem geworden. Die Leute ignorieren, dass sie im Blindflug unterwegs sind." Die Reaktionszeit verzögert sich um 0,5 Sekunden, zudem verengt sich das Blickfeld drastisch, so Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz-Zentrums für Technik. Quelle: ACE LENKRAD 12/2014

Unkontrollierte Fahrerei.
Ablenkung und Unachtsamkeit durch die Handynutzung führt zu unkontrollierten Fahrvorgängen, die andere Verkehrsteilnehmer beeinflussen und das Unfallrisiko erhöhen.
An folgendem Verhalten erkennt man Handy-Sünder am häufigsten:

  • Plötzliches "Schlangenlinien"-Fahren
  • Nicht-Wahrnehmen von Stauenden
  • Plötzliches Abbremsen und anschließendes "Schleichen"
  • Ampelschläfer
Aus der aktuellen Rechtsprechung

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Wissenswertes

Punkte, Bußgelder und StVO:

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