Notruf (Panne/Unfall)

Rufen Sie uns an

+49 711 530 34 35 36

täglich 24h erreichbar

Schreiben Sie uns eine E-Mail

notruf@ace.de

Info-Service

Rufen Sie uns an

+49 711 530 33 66 77

Schreiben Sie uns eine E-Mail

info@ace.de

Weitere Kontaktmöglichkeiten

Mehr erfahren

Europas Mobilitätsbegleiter.
Weit mehr als nur Pannenhilfe!

Keine Angst vor schneller Alterung

Die Hochvoltbatterie ist das Herzstück eines Elektroautos – und zugleich sein teuerstes Einzelbauteil. Doch wie stark altert ein Akku tatsächlich? Was bedeutet Batteriegesundheit? Wie sollte man laden? Und worauf sollte man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos achten?

 

Die gute Nachricht: Moderne E-Auto-Batterien sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich der Akku zusätzlich schonen.

E-Autos haben auch 12-Volt Batterien

Auch E-Autos haben eine 12-Volt-Batterie

Elektroautos fahren zwar mit einer großen Hochvoltbatterie, ganz ohne klassische 12-Volt-Batterie kommen sie aber nicht aus. Sie versorgt unter anderem Steuergeräte, Beleuchtung und die Fahrzeugelektronik. Ist sie leer oder defekt, kann das E-Auto trotz voller Antriebsbatterie nicht mehr starten.

Die 12-Volt-Batterie gehört deshalb auch bei E-Autos zu den häufigsten Pannenursachen.

Sie ist deutlich kleiner und weniger spektakulär als die Hochvoltbatterie – für die Einsatzbereitschaft des Autos aber genauso wichtig.

Batteriegesundheit testen: Wie fit ist der Akku noch?

Der Zustand einer Antriebsbatterie wird häufig mit dem "State of Health" (SoH) beschrieben, dem Gesundheitszustand der Batterie. Der Wert beschreibt vereinfacht, wie viel nutzbare Kapazität die Batterie im Vergleich zu ihrem ursprünglichen Zustand noch besitzt.

 

Ein Beispiel: Hat eine neue Batterie eine nutzbare Kapazität von 60 kWh und weist sie später noch einen SoH von 80 Prozent auf, stehen rechnerisch noch rund 48 kWh zur Verfügung.

 

Der SoH ist deshalb vor allem bei gebrauchten Elektroautos interessant. Eine Batterie mit höherer Restkapazität kann mehr Reichweite bieten und ist entsprechend wertvoller.

Batteriezertifikat

Batteriegesundheit prüfen

Der ACE empfiehlt, die Batteriegesundheit vor dem Kauf eines gebrauchten E-Autos überprüfen zu lassen und sich die Restkapazität möglichst mit einem Zertifikat bestätigen zu lassen. Einfache Batteriechecks kosten etwa 90 bis 150 Euro. 

Wie schnell altert eine E-Auto-Batterie?

Eine gewisse Alterung ist normal. Die Batterie verliert mit der Zeit einen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität. Wie schnell das passiert, hängt unter anderem von Batteriechemie, Temperatur, Ladeleistung, Ladeverhalten und Fahrzeugnutzung ab.

 

Aktuell geht man von etwa 2-2,5 Prozent Degradation pro Jahr aus. Fahrzeuge, die häufig mit hoher DC-Leistung (über 100 kW) geladen wurden, zeigten dabei höhere Alterungsraten als Fahrzeuge, die überwiegend mit AC oder geringerer Ladeleistung geladen werden.

 

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Batterie nach zehn Jahren automatisch nur noch 75-80 Prozent Kapazität besitzt. Die tatsächliche Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen Fahrzeugen und Batterien. Außerdem verläuft die Alterung nicht linear, die meisten Fahrzeuge verlieren in den ersten Jahren stärker an Reichweite, bevor die Degradation nachlässt.

So entwickelt sich die Batteriegesundheit

Wichtig: Die Grafik ist eine schematische Darstellung und kein allgemeingültiger Verlauf. Batterien können sich je nach Modell, Zellchemie, Nutzung, Temperatur und Ladeverhalten deutlich unterschiedlich entwickeln.

Was beeinflusst die Lebensdauer?

Besonders relevant sind:

 

  • Alter: Auch eine wenig genutzte Batterie altert mit der Zeit.

  • Temperatur: Vor allem dauerhaft hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung. Die Wohlfühltemperatur für Batterien liegt im Einsatz oft bei etwa 20 bis 35 Grad. 
     

  • Ladeleistung: Häufiges Laden mit hoher DC-Leistung (> 100 kW) kann die Degradation beschleunigen.
     

  • Ladezustand: Sehr hohe und sehr niedrige Ladezustände über längere Zeit sind ungünstiger und lassen die Batterie schneller altern.
     

  • Nutzung: Häufiges Fahren ist nicht automatisch schlecht für die Batterie.
     

     

Moderne Elektroautos verfügen allerdings über ein Batteriemanagementsystem und meist über Ladepuffer, die die Zellen vor besonders belastenden Betriebszuständen schützen.

Batterie schonend laden: Die wichtigsten Regeln

Die Batterie muss im Alltag nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Wer ein paar einfache Grundsätze beachtet, kann unnötige Belastungen vermeiden.

Ein Akku sollte möglichst nicht längere Zeit mit sehr niedrigem Ladezustand stehen. Eine vollständige Entleerung des Akkus ist im normalen Betrieb ohnehin kaum möglich, weil das Batteriemanagementsystem Schutzreserven zurückhält.

Der ACE empfiehlt, ein E-Auto nicht fast leer abzustellen. Für längere Standzeiten ist ein mittlerer Ladezustand von etwa 50 bis 60 Prozent eine gute Wahl.

Für den Alltag reicht bei vielen Fahrzeugen ein Ladelimit von etwa 80 Prozent. Wenn für eine längere Fahrt die volle Reichweite benötigt wird, spricht dagegen nichts gegen eine Ladung auf 100 Prozent.

 

Wichtig ist vor allem, das Auto nicht unnötig lange mit sehr hohem Ladezustand stehen zu lassen.

 

Auch aktuelle Daten zeigen: Nicht ein gelegentliches Laden auf 100 Prozent ist das Problem. Kritischer wird es, wenn sich die Batterie über sehr lange Zeiträume überwiegend in extrem hohen oder niedrigen Ladezuständen befindet, also beispielsweise über 95 Prozent und unter 5 Prozent.

DC-Schnellladen belastet die Batterie stärker als langsameres AC-Laden. Grund sind unter anderem höhere Ströme und die dabei entstehende Wärme.

 

Deshalb gilt: Schnellladen, wenn es nötig ist – AC laden, wenn Zeit vorhanden ist. Bei manchen Fahrzeugen lässt sich auch die Ladeleistung einschränken.

 

Wer auf langen Reisen regelmäßig schnelllädt, muss sich trotzdem keine Sorgen machen. Die Batterie ist dafür ausgelegt. Wer jedoch fast ausschließlich mit hoher DC-Leistung lädt, kann die Alterung beschleunigen.

 

Hitze ist für Lithium-Ionen-Batterien besonders ungünstig. Moderne Elektroautos überwachen und temperieren die Batterie deshalb aktiv.

 

Bei Kälte sollte man möglichst nicht mit einem eiskalten Akku sofort schnellladen. Ist die Batterie durch die Fahrt bereits warm, kann sie effizienter und schonender geladen werden. Auch eine Vorkonditionierung vor dem Schnellladen hilft dabei, die Batterie auf eine geeignete Temperatur zu bringen. Moderne Fahrzeuge übernehmen dies automatisch, wichtig ist allerdings, die Route mit dem bordeignen Navi zu planen.

Wie sollte ein E-Auto im Alltag geladen werden?

Eine einfache Faustregel für viele Fahrzeuge lautet:

Alltag

Alltag

etwa 20–80 Prozent

Lange Fahrt

Lange Fahrt

auf 90 oder 100 Prozent laden, wenn benötigt

Längere Standzeit

Längere Standzeit

etwa 50–60 Prozent

Schnellladen

Schnellladen

vor allem auf langen Strecken und wenn es nötig is

Diese Werte sind keine universellen Vorgaben. Entscheidend sind die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers. Manche Fahrzeuge und Batterien haben eigene Ladeempfehlungen.

NMC oder LFP: Welcher Ladezustand ist besser?

Nicht jede Lithium-Ionen-Batterie ist gleich aufgebaut. Bei Elektroautos spielen insbesondere NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) und LFP (Lithium-Eisenphosphat) eine wichtige Rolle. LFP-Akkus finden sich vor allem in günstigeren Varianten und Einstiegsmodellen.

NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) LFP (Lithium-Eisenphosphat)
Energiedichte höher niedriger
Typische Stärke viel Reichweite bei relativ geringem Gewicht hohe Zyklenfestigkeit
Alltag 80-Prozent-Ladelimit sinnvoll je nach Hersteller auch höhere Ladelimits, viele Hersteller empfehlen regelmäßig auf 100 Prozent zu laden (Handbuch beachten)
Längere Standzeit mittlerer Ladezustand sinnvoll mittlerer Ladezustand sinnvoll
100 % möglichst nur bei Bedarf bzw. nach Herstellervorgabe kann je nach Fahrzeug häufiger vorgesehen sein

Für längere Standzeiten ist ein mittlerer Ladezustand dagegen unabhängig von der Zellchemie die richtige Wahl. Tesla empfiehlt beispielsweise bei einer Standzeit von mehr als zwei Wochen rund 50 Prozent Ladezustand.

Das könnte Sie auch interessieren

Elektromobilität im Überblick

E-Auto-Batterie

Batteriegarantie: Was ist abgedeckt?

Wie lange schützt Sie die Batteriegarantie vor hohen Kosten? Welche Defekte sind abgedeckt? Viele Hersteller bieten acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie. Doch Laufzeit, Mindestkapazität und Bedingungen unterscheiden sich. Erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.
Batteriegarantie verstehen