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Die Hochvoltbatterie ist das Herzstück eines Elektroautos – und zugleich sein teuerstes Einzelbauteil. Doch wie stark altert ein Akku tatsächlich? Was bedeutet Batteriegesundheit? Wie sollte man laden? Und worauf sollte man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos achten?
Die gute Nachricht: Moderne E-Auto-Batterien sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich der Akku zusätzlich schonen.
Der Zustand einer Antriebsbatterie wird häufig mit dem "State of Health" (SoH) beschrieben, dem Gesundheitszustand der Batterie. Der Wert beschreibt vereinfacht, wie viel nutzbare Kapazität die Batterie im Vergleich zu ihrem ursprünglichen Zustand noch besitzt.
Ein Beispiel: Hat eine neue Batterie eine nutzbare Kapazität von 60 kWh und weist sie später noch einen SoH von 80 Prozent auf, stehen rechnerisch noch rund 48 kWh zur Verfügung.
Der SoH ist deshalb vor allem bei gebrauchten Elektroautos interessant. Eine Batterie mit höherer Restkapazität kann mehr Reichweite bieten und ist entsprechend wertvoller.
Der ACE empfiehlt, die Batteriegesundheit vor dem Kauf eines gebrauchten E-Autos überprüfen zu lassen und sich die Restkapazität möglichst mit einem Zertifikat bestätigen zu lassen. Einfache Batteriechecks kosten etwa 90 bis 150 Euro.
Eine gewisse Alterung ist normal. Die Batterie verliert mit der Zeit einen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität. Wie schnell das passiert, hängt unter anderem von Batteriechemie, Temperatur, Ladeleistung, Ladeverhalten und Fahrzeugnutzung ab.
Aktuell geht man von etwa 2-2,5 Prozent Degradation pro Jahr aus. Fahrzeuge, die häufig mit hoher DC-Leistung (über 100 kW) geladen wurden, zeigten dabei höhere Alterungsraten als Fahrzeuge, die überwiegend mit AC oder geringerer Ladeleistung geladen werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Batterie nach zehn Jahren automatisch nur noch 75-80 Prozent Kapazität besitzt. Die tatsächliche Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen Fahrzeugen und Batterien. Außerdem verläuft die Alterung nicht linear, die meisten Fahrzeuge verlieren in den ersten Jahren stärker an Reichweite, bevor die Degradation nachlässt.
Wichtig: Die Grafik ist eine schematische Darstellung und kein allgemeingültiger Verlauf. Batterien können sich je nach Modell, Zellchemie, Nutzung, Temperatur und Ladeverhalten deutlich unterschiedlich entwickeln.
Besonders relevant sind:
Temperatur: Vor allem dauerhaft hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung. Die Wohlfühltemperatur für Batterien liegt im Einsatz oft bei etwa 20 bis 35 Grad.
Ladeleistung: Häufiges Laden mit hoher DC-Leistung (> 100 kW) kann die Degradation beschleunigen.
Ladezustand: Sehr hohe und sehr niedrige Ladezustände über längere Zeit sind ungünstiger und lassen die Batterie schneller altern.
Nutzung: Häufiges Fahren ist nicht automatisch schlecht für die Batterie.
Moderne Elektroautos verfügen allerdings über ein Batteriemanagementsystem und meist über Ladepuffer, die die Zellen vor besonders belastenden Betriebszuständen schützen.
Die Batterie muss im Alltag nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Wer ein paar einfache Grundsätze beachtet, kann unnötige Belastungen vermeiden.
Ein Akku sollte möglichst nicht längere Zeit mit sehr niedrigem Ladezustand stehen. Eine vollständige Entleerung des Akkus ist im normalen Betrieb ohnehin kaum möglich, weil das Batteriemanagementsystem Schutzreserven zurückhält.
Der ACE empfiehlt, ein E-Auto nicht fast leer abzustellen. Für längere Standzeiten ist ein mittlerer Ladezustand von etwa 50 bis 60 Prozent eine gute Wahl.
Für den Alltag reicht bei vielen Fahrzeugen ein Ladelimit von etwa 80 Prozent. Wenn für eine längere Fahrt die volle Reichweite benötigt wird, spricht dagegen nichts gegen eine Ladung auf 100 Prozent.
Wichtig ist vor allem, das Auto nicht unnötig lange mit sehr hohem Ladezustand stehen zu lassen.
Auch aktuelle Daten zeigen: Nicht ein gelegentliches Laden auf 100 Prozent ist das Problem. Kritischer wird es, wenn sich die Batterie über sehr lange Zeiträume überwiegend in extrem hohen oder niedrigen Ladezuständen befindet, also beispielsweise über 95 Prozent und unter 5 Prozent.
DC-Schnellladen belastet die Batterie stärker als langsameres AC-Laden. Grund sind unter anderem höhere Ströme und die dabei entstehende Wärme.
Deshalb gilt: Schnellladen, wenn es nötig ist – AC laden, wenn Zeit vorhanden ist. Bei manchen Fahrzeugen lässt sich auch die Ladeleistung einschränken.
Wer auf langen Reisen regelmäßig schnelllädt, muss sich trotzdem keine Sorgen machen. Die Batterie ist dafür ausgelegt. Wer jedoch fast ausschließlich mit hoher DC-Leistung lädt, kann die Alterung beschleunigen.
Hitze ist für Lithium-Ionen-Batterien besonders ungünstig. Moderne Elektroautos überwachen und temperieren die Batterie deshalb aktiv.
Bei Kälte sollte man möglichst nicht mit einem eiskalten Akku sofort schnellladen. Ist die Batterie durch die Fahrt bereits warm, kann sie effizienter und schonender geladen werden. Auch eine Vorkonditionierung vor dem Schnellladen hilft dabei, die Batterie auf eine geeignete Temperatur zu bringen. Moderne Fahrzeuge übernehmen dies automatisch, wichtig ist allerdings, die Route mit dem bordeignen Navi zu planen.
Eine einfache Faustregel für viele Fahrzeuge lautet:
Alltag
etwa 20–80 Prozent
Lange Fahrt
auf 90 oder 100 Prozent laden, wenn benötigt
Längere Standzeit
etwa 50–60 Prozent
Schnellladen
vor allem auf langen Strecken und wenn es nötig is
Diese Werte sind keine universellen Vorgaben. Entscheidend sind die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers. Manche Fahrzeuge und Batterien haben eigene Ladeempfehlungen.
Nicht jede Lithium-Ionen-Batterie ist gleich aufgebaut. Bei Elektroautos spielen insbesondere NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) und LFP (Lithium-Eisenphosphat) eine wichtige Rolle. LFP-Akkus finden sich vor allem in günstigeren Varianten und Einstiegsmodellen.
| NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) | LFP (Lithium-Eisenphosphat) | |
|---|---|---|
| Energiedichte | höher | niedriger |
| Typische Stärke | viel Reichweite bei relativ geringem Gewicht | hohe Zyklenfestigkeit |
| Alltag | 80-Prozent-Ladelimit sinnvoll | je nach Hersteller auch höhere Ladelimits, viele Hersteller empfehlen regelmäßig auf 100 Prozent zu laden (Handbuch beachten) |
| Längere Standzeit | mittlerer Ladezustand sinnvoll | mittlerer Ladezustand sinnvoll |
| 100 % | möglichst nur bei Bedarf bzw. nach Herstellervorgabe | kann je nach Fahrzeug häufiger vorgesehen sein |
Für längere Standzeiten ist ein mittlerer Ladezustand dagegen unabhängig von der Zellchemie die richtige Wahl. Tesla empfiehlt beispielsweise bei einer Standzeit von mehr als zwei Wochen rund 50 Prozent Ladezustand.
E-Auto-Batterie
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